Fiat-Logo | Bildquelle: picture alliance / dpa

Verdacht der Abgas-Manipulation US-Behörde beschuldigt Fiat Chrysler

Stand: 12.01.2017 20:26 Uhr

Fiat Chrysler steht ein Rechtsstreit mit der US-Regierung bevor. Dem Autobauer wird vorgeworfen, bei den Emissionswerten einiger Diesel-Modelle betrogen zu haben. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.


Nach Volkswagen wird nun auch Fiat Chrysler von den US-Behörden der Manipulation von Abgaswerten bei Dieselfahrzeugen bezichtigt. Die Umweltbehörde EPA beschuldigte den italienisch-amerikanischen Autobauer formell, bei rund 104.000 Fahrzeugen durch Installation einer illegalen Software die Emissionswerte nach unten manipuliert zu haben, wie die Behörde mitteilte.

Die Vorwürfe seien Ergebnis einer Untersuchung, die durch Ermittlungen im VW-Dieselskandal angestoßen worden seien. Fiat Chrysler hätte im vergangenen Jahr keine angemessene Erklärung dafür gegeben, warum das Unternehmen die Software nicht offengelegt habe. Die Umweltschutzbehörde will nun weitere Untersuchungen zu "Art und Einfluss" von acht Software-Funktionen anstellen. Ihren Angaben zufolge könnten Fiat Chrysler zivile Strafen drohen. Die Fiat-Chrysler-Aktie stürzte an der New Yorker Börse kurz um knapp 18 Prozent ab und wurde zwischenzeitlich vom Handel ausgesetzt.

Unternehmen weist Vorwürfe zurück

Unmittelbar nach der EPA-Mitteilung wies Fiat Chrysler die Anschuldigungen zurück. Die Abgaskontrollsysteme erfüllten allesamt die gültigen Anforderungen, teilte das Unternehmen mit. Es sei enttäuscht über die Maßnahmen der EPA und plane, der künftigen Regierung von Donald Trump den Fall darzustellen.

Weiter erklärte der Konzern, Fiat Chrysler habe monatelang Informationen an die EPA weitergegeben und die Emissionstechnologien erklärt. Dabei habe man auch eine Reihe von Schritten wie Software-Änderungen vorgeschlagen, um den Bedenken der Behörde zu begegnen.

US-Behörde beschuldigt Fiat-Chrysler des Abgasbetrugs
tagesschau 20:00 Uhr, 12.01.2017, Ina Ruck, ARD Washington

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Bereits Zivilklagen gegen Fiat Chrysler

Allerdings laufen in den USA bereits zwei Sammelklagen von Verbrauchern gegen den Konzern: Sie machen geltend, dass durch die mutmaßlichen Manipulationen womöglich höherere Stickoxid-Mengen als angegeben in die Umwelt gelangen. Die angeblichen Tricksereien betreffen laut EPA die Modelle Grand Cherokee und Dodge Ram 1500 der Baujahre 2014 bis 2016.

Wegen ähnlicher Tricksereien hat sich Volkswagen in den USA zu Entschädigungs- und Strafzahlungen in Höhe von bereits mehr als 20 Milliarden Dollar verpflichtet. Eine solch hohe Strafe für einen Autobauer ist ein Novum in der US-Geschichte. Konzernchef Sergio Marchionne trat Vergleichen mit VW entgegen - der Fall habe nichts mit den Abschalteinrichtungen des deutschen Rivalen gemein.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Januar 2017 um 20:00 Uhr.

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