Mangelnde Sicherheitsvorkehrungen Mehr als 250 Tote bei Fabrikbränden in Pakistan

Stand: 12.09.2012 12:15 Uhr

Bei einem Großbrand in einer Textilfabrik in der südpakistanischen Wirtschaftsmetropole Karatschi sind nach Polizeiangaben mindestens 289 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten von ihnen seien erstickt, weil sie nicht aus dem Keller des Gebäudes fliehen konnten, sagte der Chef der Feuerwehr. Es gebe keine Notausgänge in dem Gebäude und die Türen zum Keller seien versperrt gewesen.

Noch immer seien Teile der Fabrik nicht für die Rettungskräfte zugänglich, sodass weitere Opfer befürchtet werden.

Männer versuchen das Feuer zu löschen | Bildquelle: AFP
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Das Feuer konnte erst nach 15 Stunden unter Kontrolle gebracht werden.

Leichensäcke | Bildquelle: dpa
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Zahlreiche Menschen kamen bei dem Feuer ums Leben.

Zahlreiche Menschen wurden verletzt, als sie versuchten, sich vor den Flammen in Sicherheit zu bringen. Einige zwängten sich durch die mit Metallgittern versperrten Fenster und sprangen aus dem Gebäude. Andere blieben zwischen den Gittern stecken und verbrannten. Es dauerte rund 15 Stunden, bis die Rettungskräfte das Feuer unter Kontrolle bekamen. Was das Feuer auslöste, ist bisher unklar. Die Polizei sucht inzwischen nach den Besitzern, um die Ursache für das Inferno zu klären.

25 Tote bei Feuer in Schuhfabrik

Zuvor kamen im ostpakistanischen Lahore mindestens 25 Menschen bei einem Brand in einer Schuhfabrik ums Leben. Das Feuer brach aus, als nach einem Stromausfall in der Fabrik versucht worden war, den Generator einzuschalten. Funken kamen mit Chemikalien in Kontakt und setzten sie in Brand.

Die Fabrik war illegal in einem Wohnviertel betrieben worden. Auch dort gab es keine Fluchtwege. Die Garage des Gebäudes, in der auch der Brand ausbrach, sei der einzige Weg nach draußen gewesen, sagte einer der Arbeiter, der überlebt hatte.

Ausgebranntes Gebäude | Bildquelle: AFP
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In Lahore wurden 25 Menschen bei dem Brand einer Schuhfabrik getötet.

Sicherheitsvorkehrungen meist mangelhaft

Die Zustände in den Unglücksfabriken sind keine Einzelfälle: Der Schutz von Arbeitern und industrielle Sicherheit gehören zu den vielen Themen, die Pakistans schwache zivile Regierung vernachlässigt. Gefälligkeiten zwischen Unternehmern und korrupten Politikern gehören zum Alltag. Die Hafenstadt Karatschi im Süden Pakistans ist das kommerzielle Zentrum des Landes, dort sind besonders viele Textilfabriken angesiedelt.

Der pakistanische Ministerpräsident Radscha Pervaiz Aschraf äußerte sich schockiert über die Brände und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.

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