US Notenbank, FED

Erstmals seit Ende 2015 US-Notenbank erhöht Leitzins

Stand: 14.12.2016 20:54 Uhr

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins leicht um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Er liegt damit nun zwischen 0,5 und 0,75 Prozent. Es handelt sich um die erste Zinserhöhung durch die US-Notenbank seit einem Jahr. Experten begrüßen den Schritt.

Die US-Notenbank Fed erhöht den Leitzins leicht. Er steigt um einen Viertelpunkt und liegt nun in einer Spanne zwischen 0,5 und 0,75 Prozent, wie die Währungshüter mitteilten. Es ist die erste Zinserhöhung durch die US-Notenbank seit einem Jahr.

Die Fed setzt mit der Erhöhung ihren Kurs fort, die Geldpolitik nach der Finanzkrise zu normalisieren. Vorausgegangen waren Jahre des ultralockeren Liquididätsflusses, mit dem Ziel, die schwächelnde Konjunktur am Laufen zu halten.

Zuletzt hatte sich jedoch der US-Arbeitsmarkt als sehr stabil erwiesen. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 4,6 Prozent. Auch die Inflation zieht langsam an, weil die höhere Beschäftigung zu höheren Einkommen führt. Außerdem sind Energie- und Rohstoffpreise wieder leicht im Aufwärtstrend.

Ihre Absicht, bereits früher im Jahr 2016 an der Zinsschraube zu drehen, hatte die Fed fallen lassen müssen. Unter anderem sprachen auch weltwirtschaftliche Gründe dagegen. Die US-Zinspolitik hat vor allem in Entwicklungsländern große Auswirkungen, weil dort viele Geschäfte in US-Dollar abgewickelt werden und auch Schulden in der US-Währung auflaufen.

Drei weitere Erhöhungen geplant

Die Fed fasst außerdem drei weitere Zinserhöhungsschritte für das kommende Jahr ins Auge. Im September hatte die Zentralbank noch nur zwei Zinserhöhungen im Jahr 2017 anvisiert. Ende nächsten Jahres soll der Zins dann bei 1,375 Prozent stehen.

Experten hatten mit der Erhöhung gerechnet. Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, sprach von einem "Schritt in die richtige Richtung", dem weitere folgen müssten. Die Inflationsrate in den USA steige, "und es ist wichtig, dass die Geldpolitik rechtzeitig gegensteuert". Auch die Europäische Zentralbank (EZB) sollte sich auf einen Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik vorbereiten, "denn es ist absehbar, dass die Inflationsrate nächstes Jahr auch im Euroraum ansteigen wird", ergänzte Fuest.

"Richtig Zähne zeigt die Fed noch nicht"

Der Chefvolkswirt der KfW-Bankengruppe, Jörg Zeuner, begrüßte die Entscheidung ebenfalls, allerdings ging sie ihm nicht weit genug. "Richtig Zähne zeigt die US-Notenbank aber damit noch nicht. Entscheidend wird sein, welchen Kurs sie 2017 einschlägt. Die Konjunktur wird kommendes Jahr stärker, dabei wird die Inflationsdynamik nochmals zunehmen." Mit der Wirtschaftspolitik der neuen Regierung habe das eher wenig zu tun. "So oder so wird die Fed 2017 bei den Leitzinserhöhungen etwas mehr 'zulangen' müssen als dieses Jahr", fügte Zeuner hinzu.

In Europa hatte die EZB erst vorige Woche ihre ohnehin extrem weit geöffneten Geldschleusen noch einmal ein Stück weiter geöffnet und neue Anleihekäufe im Milliardenvolumen angekündigt. Ein Zinserhöhung in der Eurozone liegt damit noch in weiter Ferne. Eine zu große Lücke zwischen europäischem und US-amerikanischem Zinsniveau wäre eine weitere Belastung für die Gemeinschaftswährung Euro.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Dezember 2016 um 20:00 Uhr.

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