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Kartellamt prüft Sanierungsfusion
"FAZ" will "FR" übernehmen
Das Bundeskartellamt prüft eine Übernahme der insolventen Tageszeitung "Frankfurter Rundschau" (FR) durch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Der "FAZ"-Verlag habe seinen Plan gestern offiziell angemeldet, teilte die Wettbewerbsbehörde mit. Über den Einstieg war in den vergangenen Tagen bereits spekuliert worden, es gab dafür bisher aber keine offizielle Bestätigung. Die traditionsreiche linksliberale "FR" hatte im November einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt.
Momentan sei eine abschließende Bewertung der geplanten sogenannten Sanierungsfusion noch nicht möglich, teilte das Bundeskartellamt mit. Dafür sei unter anderem maßgeblich, ob der "FR"-Marktanteil bei deren Verschwinden ohnehin an die "FAZ" fallen würde und ob es "einen ernsthaften alternativen Erwerber" gebe, erklärte die Behörde.
Die Prüffrist sei wegen des hohen Zeitdrucks aber stark verkürzt worden. Das Erscheinen der "FR" ist nach Angaben ihres vorläufigen Insolvenzverwalters noch bis Ende Februar gesichert. Bis dahin muss ein Käufer gefunden sein.
Insolvenzverwalter bestätigt "deutschen Investor"
Am Mittwoch hatte der Insolvenzverwalter mitgeteilt, dass es noch Gespräche mit zwei potenziellen Investoren gebe. Der aktuelle Stand der Verhandlungen lasse sich jedoch nur als "sehr schlechte Situation" beschreiben, sagte er. Einer der Interessenten sei die türkische Firma Estetik Yayincilik. Diese habe aber nur ein vages und nicht tragfähiges Konzept vorgelegt. Den anderen hatte der Insolvenzverwalter lediglich als "deutschen Investor" bezeichnet. Nun ist klar, dass es sich dabei um die "FAZ" handelt.
Stand: 31.01.2013 17:17 Uhr
