Gefälschter 50-Euro-Schein | Bildquelle: 20160302

Falschgeldzahlen 2016 Weniger Euro-Blüten in Deutschland

Stand: 27.01.2017 11:30 Uhr

Die Zeiten für Geldfälscher sind härter geworden seit der Einführung des neuen 20-Euro-Scheins. Sein Anteil unter den 2016 in Deutschland eingezogenen Blüten hat sich nahezu halbiert. Insgesamt gab es auch weltweit viel weniger gefälschte Euro-Scheine.

Die neuen Sicherheitsmerkmale an Euro-Geldscheinen bringen erste Erfolge: Im vergangenen Jahr gelangten sowohl deutschland- als auch weltweit weniger Euro-Blüten in den Umlauf. 2016 wurden nach Angaben der Europäischen Zentralbank weltweit 684.000 gefälschte Scheine entdeckt. Das war ein Rückgang von 24 Prozent gegenüber dem Höchstwert des Jahres 2015. In Deutschland zogen Banken, Handel und Polizei 82.150 Blüten aus dem Verkehr, 14 Prozent weniger als im Vorjahr, wie die Deutsche Bundesbank mitteilte. Es war allerdings immer noch der zweithöchste Stand seit der Euro-Bargeldeinführung 2002.

Vor allem der überarbeitete Zwanziger, der im November 2015 ausgegeben wurde, erschwert Kriminellen das Handwerk. "Die Einführung der Europa-Banknotenserie hat sich positiv auf die Anzahl der Fälschungen ausgewirkt und zu einem merklichen Rückgang der 20-Euro-Fälschungen beigetragen", bilanzierte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.

Die Zahl der gefälschten 20-Euro-Scheine hat sich im Vergleich zum Jahr 2015 nahezu halbiert. Verbesserte Sicherheitsmerkmale, unter anderem das durchsichtige Porträtfenster im Hologramm der Banknote und die Smaragdzahl erweisen sich bislang als große Hürden für Fälscher.

Mehr zum Thema

Neuer 50-Euro-Schein im April

Am beliebtesten war bei Kriminellen der Fünfziger. Sein Anteil an den Blüten stieg auf 61 Prozent. Die überarbeitete Version des Scheins mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen soll vom 4. April auf den Markt kommen. Die Bundesbank hofft auf einen ähnlichen Effekt wie beim Zwanziger.

Der Schaden in Deutschland verringerte sich im vergangenen Jahr von 4,4 Millionen auf 4,2 Millionen Euro. Weltweit stieg er allerdings von 39,1 Millionen auf rund 40 Millionen Euro an. Hauptgrund für den Anstieg war ein Fall aus England: Einem Diamantenhändler wurden bei einem Geschäft 500-Euro-Blüten im großen Stil untergeschoben - ein Schaden von rund sechs Millionen Euro.

Insgesamt ist es allerdings sehr unwahrscheinlich, dass ein gefälschter Schein auch im eigenen Portemonnaie landet. "Rein statistisch muss man 1000 Jahre alt werden, um einmal im Leben mit Falschgeld in Berührung zu kommen", sagte Thiele.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 27. Januar 2017 um 12:04 Uhr.

Darstellung: