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Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft
Einwanderer schließen Fachkräftelücke
Deutschland profitiert von seinen Einwanderern: Allein die seit 1999 zugewanderten Fachkräfte aus technischen, naturwissenschaftlichen und medizinischen Berufen tragen jedes Jahr 13 Milliarden Euro zur Wertschöpfung bei. Das ist das Ergebnis von Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).
Der Studie zufolge leisten die Einwanderer auch einen wichtigen Beitrag zur Versorgung mit Fachkräften: In den vergangenen zehn Jahren sind rund 42.000 Mediziner nach Deutschland eingewandert und geblieben, sowie rund 185.000 Akademiker aus den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Technik. Etwa die Hälfte von ihnen arbeitet in ihrem ursprünglichen Beruf. Viele Zuwanderer schaffen es inzwischen auch in Führungspositionen: Der Anteil hochspezialisierter Fach- und Führungskräfte habe sich seit dem Jahr 2000 fast verdoppelt.
"Blaue Karte" soll Zuwanderung erleichtern
Diese Zahlen sind Wasser auf die Mühlen der Arbeitgeber, die immer wieder fordern, den Bedarf an Fachkräften auch mit Zuwanderung zu stillen. "Arbeitgeber benötigen im Schnitt 146 Tage, um eine offene Arztstelle zu besetzen und 110 Tage, um einen Elektroingenieur einzustellen", sagte IW-Direktor Michael Hüther. Der Durchschnitt aller Berufe liege bei 72 Tagen.
Hüther begrüßt daher die geplante Öffnung des Arbeitsmarkts mit Hilfe einer "Blauen Karte" für Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten. Er rechne damit, dass sich dadurch "mehr hoch qualifizierte Personen für Deutschland entscheiden". Die "Blaue Karte" gilt ab August in der gesamten EU. Zuwanderer müssen dann nur noch einen Arbeitsvertrag über ein Jahreseinkommen von 44.800 Euro nachweisen, in Mangelberufen wie Medizin reichen bereits knapp 35.000 Euro aus.
Kein Ansturm aus den Schuldenkrisen-Ländern
Die Gruppe der Zuwanderer ist zweigeteilt: Einerseits verfügen 27 Prozent über einen Hochschulabschluss, andererseits war mit 41 Prozent auch der Anteil ohne Berufsabschluss mehr als doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung. Besonders gut qualifiziert seien Zuwanderer aus west- und südeuropäischen Staaten. Allerdings komme weniger als ein Drittel der Zuwanderer aus EU-Staaten oder einem der Länder, mit denen die EU ein Freizügigkeitsabkommen geschlossen hat.
Auch die Wirtschafts- und Finanzkrise in südeuropäischen Staaten wie Griechenland und Spanien mit hoher Arbeitslosigkeit löst keinen Ansturm auf den deutschen Arbeitsmarkt aus. Zwar hat sich die Zuwanderung aus diesen Ländern, in denen mehr als jeder Fünfte arbeitslos ist, nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2011 mehr als verdoppelt. Die absoluten Zahlen seien aber eher gering.
Stand: 05.07.2012 19:10 Uhr
