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09.09.2010

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Wirtschaft
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle
Brüderle will ausländische Fachkräfte nach Deutschland locken
Brüderle will ausländische Fachkräfte anlocken

Deutschland muss attraktiver werden

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle unterstützt die Forderung von Bundesbildungsministerin Annette Schavan, den Zuzug ausländischer Fachkräfte zu erleichtern. "Das Thema, wie Deutschland für ausländische Facharbeiter endlich attraktiv wird, steht ganz oben auf meiner Agenda", sagte der FDP-Politiker dem "Handelsblatt". Er kündigte für die kommenden Monate ein "Fachkräfte-Initiative" an. Gemeinsam mit Wirtschaftsverbänden und Wissenschaftlern will er ein Gesamtkonzept entwickeln.

Firmen könnten Begrüßungsgeld zahlen

Als ein mögliches Mittel bei der Anwerbung von Hochqualifizierten nannte Brüderle "die Reduzierung der Einkommensschwellen" für ausländische Fachkräfte. Die Unternehmen könnten ihrerseits eine "Lockprämie" zahlen - also ein Art Begrüßungsgeld für die neuen Mitarbeiter aus aller Welt. "Ich halte es aber für ausgeschlossen, dass der Bund mit Steuergeldern Fachkräften aus dem Ausland den Weg nach Deutschland versüßt", betonte der Bundeswirtschaftsminister.

Brüderle geht davon aus, dass sich der Fachkräftemangel in den kommenden Jahren zum Schlüsselproblem für den deutschen Arbeitsmarkt entwickelt. Angesichts der derzeit etwas mehr als drei Millionen Arbeitslosen sei das Problem im Moment nicht nicht so sichtbar. "Aber je länger der Aufschwung anhält, desto größer wird das Problem."

Rückendeckung für Schavan

Annette Schavan (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Brüderle unterstützt mit seinem Vorstoß die Forderungen von Bundesbildungsministerin Schavan. ]
Der Bundeswirtschaftsminister treibt mit seinen Äußerungen die Debatte voran, die Schavan am Wochenende angestoßen hatte. Die Bundesbildungsministerin hatte erklärt, dass die Attraktivität Deutschlands für Fachkräfte aus aller Welt erhöht werden müsse. Sie könne sich langfristig vorstellen, dass die Einkommensgrenze für den Zuzug von Ausländern ganz falle. Zudem hatte sie auch für erleichterte Visa-Verfahren für ausländische Spezialisten und einen leichteren Nachzug der Familien von ausländischen Experten plädiert, die nach Deutschland kommen. Dafür hatte sie allerdings Kritik von Unions-Innenpolitikern geerntet.

Auch der Vorstoß Brüderles stieß nun auf Widerstand. "Statt einseitig auf Zuwanderung zu setzen, sollte die FDP die stärkere Qualifizierung von Jobsuchenden hier im Lande vorantreiben", sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt. Es gebe in Deutschland immer noch zu viele Arbeitslose, denen man vorrangig die Chance auf einen Job geben solle. "Deshalb muss die Antwort auf den Fachkräftemangel eine Qualifizierungsoffensive sein - und nicht Lockprämien für Zuwanderer", erklärte Dobrindt.

Stand: 30.07.2010 13:44 Uhr
 

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