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Trotz der Engpässe bei Fachkräften verlieren offenbar viele qualifizierte Beschäftigte ihren Job. So haben sich in der ersten Hälfte dieses Jahres 110.000 Beschäftigte mit Hoch- oder Fachschulabschluss arbeitslos gemeldet, berichtet die "Saarbrücker Zeitung" unter Berufung auf eine Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). Das waren 3,6 Prozent aller Beschäftigten mit entsprechendem Bildungsniveau.
[Bildunterschrift: Ein Mitarbeiter im Laserzentrum der Rostocker Firma IMG. ]
Im gleichen Zeitraum wurden 908.000 Beschäftigte mit betrieblicher Ausbildung arbeitslos - 5,7 Prozent aller gut 16 Millionen Beschäftigten dieser Kategorie.
Wie passt das mit den Warnungen vor einem drohenden Fachkräftemangel zusammen? Immerhin plant die Bundesregierung die Zuwanderungsregeln zu lockern, die Bundesagentur für Arbeit hatte kürzlich erklärt, auch im Ausland künftig verstärkt nach geeigneten Bewerbern zu suchen.
Der Arbeitsmarktexperte beim DGB-Bundesvorstand, Wilhelm Adamy, vermutete in der Zeitung, dass viele Fachkräfte an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes vorbei qualifiziert würden und viele Firmen bei ihrer Ausbildung keine langfristig orientierte Personalplanung betrieben.
Für Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sieht die Lage in diesem Jahr dagegen vergleichsweise gut aus. Es werde im Herbst weit weniger unversorgte Bewerber geben als in der Vergangenheit, sagte das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, Heinrich Alt, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die gute Konjunktur und die demographische Entwicklung führten dazu, dass es den Betrieben immer öfter an Nachwuchs mangele.
Das BA-Vorstandsmitglied sieht die Arbeitsverwaltung dabei vor neuen Herausforderungen. "Wir kommen in der guten Arbeitsmarktlage jetzt an den harten Kern der Arbeitslosen", sagte Alt. Es gebe derzeit 1,2 Millionen Menschen unter 30 Jahren ohne abgeschlossene Ausbildung. Er plädierte für neue Schwerpunkte in der finanziellen Förderung, die künftig mehr auf die Ausbildungsbegleitung für schwierige Jugendliche statt auf Berufsvorbereitung setzen solle. Zudem sollten Ausbildungszeiten bei Bedarf verlängert werden, wenn Lehrlinge zusätzliche Zeit benötigten, um Prüfungen zu schaffen.
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