Regierung setzt auf Fachkräfte aus dem In- und Ausland

Spitzentreffen zum Fachkräftemangel

Regierung setzt auf Fachkräfte aus dem In- und Ausland

Bundesregierung, Wirtschaft und Gewerkschaften wollen dem zunehmenden Fachkräftemangel künftig gemeinsam entgegentreten.  Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nach einem Spitzentreffen in Meseberg, nachhaltiges Wachstum lasse sich nur mit einem Maßnahmenbündel sichern, zu dem eine bessere Integration älterer Arbeitnehmer ebenso gehöre wie eine gezielte Zuwanderung spezialisierter Fachkräfte.

Nach Angaben der Bundesregierung wird die Zahl der Arbeitskräfte in Deutschland durch die Überalterung der Gesellschaft in den nächsten 15 Jahren um 6,5 Millionen schrumpfen. Frauen, die arbeiten wollen, sollten das künftig auch tun können, sagte Merkel. Die inländischen Arbeitsmarktpotenziale müssten besser ausgeschöpft und durch sachgerechte Zuwanderung ergänzt werden. Deutschland müsse sich bemühen, für ausländische Arbeitskräfte attraktiver zu werden.

Spitzentreffen in Meseberg (Bildquelle: dpa)
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Treffen in Meseberg: Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler sprach sich dafür aus, das Mindesteinkommen für zuwandernde ausländische Experten von derzeit 66.000 auf 40.000 Euro Jahresgehalt zu senken. Auch diese geringere Einkommensgrenze würde zeigen, dass es um hochqualifizierte Jobs gehe und nicht um die Zuwanderung in den Billiglohnsektor.

Hundt: Ausländische Studenten halten

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt kritisierte das Mindesteinkommen als bislang unüberbrückbare Hürde bei der Anwerbung ausländischer Fachkräfte. Notwendig seien auch weitere Schritte, damit etwa ausländische Studenten nach ihrem Hochschulabschluss länger in Deutschland bleiben könnten.

Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, begrüßte, dass nach der Krise nun wieder Zukunftsthemen in Angriff genommen würden.

Konzept im Kabinett beschlossen

Das Bundeskabinett hatte zuvor ein Fachkräftekonzept beschlossen. Geplant sind demnach unter anderem eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, eine stärkere Einbindung von älteren Arbeitnehmern und Arbeitslosen sowie bessere Bildungschancen für alle. Beschlossen wurde aber auch, Elektroingenieuren, Ärzten, Maschinen- und Fahrzeugbauern aus dem Ausland den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. Die bislang vorgeschriebene Vorrangprüfung wird demnach sofort ausgesetzt: Arbeitgeber, die diese Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten einstellen wollen, sollen künftig nicht mehr nachweisen müssen, dass es keinen anderen geeigneten Bewerber gibt.

Stand: 22.06.2011 20:44 Uhr

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