Ein Gummi-Bulle und -Bär neben dem Facebook-Logo auf einem Smartphone (Bildquelle: dpa)

Jahrestag der Ausgabe von Facebook-Aktien Ein Börsengang mit wenig Freunden

Stand: 18.05.2013 03:06 Uhr

Mehr als eine Milliarde Menschen sind Mitglied bei Facebook. Vor einem Jahr ging das größte Online-Netzwerk der Welt an die Börse. Doch der Start verlief alles andere als erfolgreich. Die Aktie verlor zwischenzeitlich mehr als die Hälfte ihres Ausgabewertes.

Von Nicole Markwald, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles

Facebook-Börsengang (Bildquelle: picture alliance / dpa)
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Da waren sie noch optimistisch: Facebook-Chef Zuckerberg gab am 18. Mai 2012 den Börsengang bekannt.

Debakel, Flop, Riesenmurks: Die Bewertungen über den Start von Facebook an der Börse, das "Initial Public Offering IPO", waren einhellig. Der Börsenstart hatte zwei Probleme: Als der Handel begann, kämpfte die Technologiebörse Nasdaq mit technischen Problemen. Zweitens wurde die Aktie für 38 Dollar das Stück ausgegeben - ein Preis, der nicht zu halten war.

Reiner Größenwahn, hieß es hinterher. Facebook und seine Banken hatten den Börsenwert als zu hoch eingeschätzt. Und Investoren waren darauf eingestiegen. Zwar schloss die Aktie am ersten Handelstag noch um 23 Cent über dem Ausgabekurs, aber in den Wochen darauf kannte das Papier nur noch eine Richtung: abwärts.

Ein Jahr Facebook an der Börse
N. Markwald, ARD Los Angeles
17.05.2013 10:44 Uhr

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Der Tiefstand: 17,55 Dollar

Die Zweifel am Geschäftsmodell des Netzwerkes wuchsen. Im Spätsommer 2012 erreichte die Aktie ihren Tiefstand: 17,55 Dollar. Das Papier hatte mehr als die Hälfte seines Ausgabewerts verloren. Das hatte sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg anders vorgestellt, wie er in einem Interview im vergangenen September sagte.

Und genau da setzten Zuckerberg und sein Team an. Nutzer werden immer häufiger über ihr Mobiltelefon oder mit dem Tablet statt am Laptop auf der Seite aktiv. Facebook investierte in neue Werbeformen für die kleinen Bildschirme. Ein kurzer Vergleich: kurz vor dem Börsengang vor einem Jahr gab es keine einzige Anzeige auf den mobilen Anwendungen. Inzwischen kommen 30 Prozent aller Werbeeinnahmen aus dieser Sparte, Trend steigend.

Wie sich die Facebook-Aktie entwickelt hat
tagesschau 20:00 Uhr, 18.05.2013, Daniel Satra, NDR

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Geld durch Werbung

Leon Cooperman vom Hedge-Fonds Omega Advisors sagt: "Facebook zeigt, was alle sehen wollten: es nimmt Geld durch Werbung ein. Das spiegelt sich allerdings - noch - nicht im Preis der Aktie wider." Der verharrt momentan bei der 26-Dollar-Marke.

Smartphones mit der neuen Facebook-App (Bildquelle: AP)
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So persönlich wie möglich? Die neue Facebook-App

Das Unternehmen aus Menlo Park arbeitet unterdessen weiter fest nach dem Motto: wenn mobil, dann mit Facebook. Vor wenigen Wochen stellte Zuckerberg 'Facebook Home' vor. Die Software wandelt ein Smartphone quasi in ein Facebook-Gerät um. Man wolle das "beste mobile Produkt" entwickeln, so Zuckerberg: "Der Handy-Bildschirm ist die Seele des Geräts. Man schaut 100 Mal am Tag darauf. Und wir finden, er sollte so persönlich wie möglich sein."

Eben mit Fotos oder Statusmeldungen, die Facebook-Freunde posten und die mit der neuen Software über den Bildschirm gleiten, ohne dass dafür extra eine App aufgerufen werden muss. Noch ist 'Facebook Home' werbefrei, aber das soll sich ändern.

Gerüchte über Kauf von Navigations-App

Und: Facebook ist in Shoppinglaune. Nachdem sich der Konzern im vergangenen Jahr schon den Bilderdienst Instagram für rund 750 Millionen Dollar einverleibt hatte, steht das Unternehmen möglicherweise vor dem nächsten Großeinkauf: laut "Wall Street Journal" wird über den Kauf der Navigations-App Waze verhandelt. Die könnte zwar auch bis zu einer Milliarde Dollar kosten, aber Facebook im Bereich Karten- und Verkehrsdaten voranbringen. 

Waze ist eine Art Online-Netzwerk für Autofahrer, Nutzer geben Routen-Anweisungen, Stau- oder Blitzermeldungen durch. Die Satellitensignale der Waze-Nutzer liefern die begehrten Karten- und Verkehrsdaten. Ginge der Deal über die Bühne, könnten Facebooks Werbepartner Werbung schalten, die auf den Standort der Nutzer abgestimmt ist, wäre es ein weiterer wichtiger Stein in der Mobil-Strategie.

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