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Erste Quartalszahlen nach Börsengang
Zur Premiere meldet Facebook ein sattes Minus
Das erste Quartal als börsennotiertes Unternehmen hat für Facebook mit einem massiven Verlust geendet. Unterm Strich verlor das Soziale Netzwerk nach eigenen Angaben 157 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte Facebook noch 240 Millionen Dollar verdient. "Es gibt viele Herausforderungen, aber wir gehen sie an", sagte Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg in einer Telefonkonferenz mit Analysten.
Facebook legt ersten Quartalsbericht nach Börsengang vor
J. Tussing, ARD Los Angeles
27.07.2012 02:42 Uhr
Der Fehlbetrag war unter anderem wegen Sonderausgaben im Zusammenhang mit dem spektakulären Börsendebüt im Mai allerdings erwartet worden. Werden erforderliche Rücklagen für Aktienoptionen der Mitarbeiter herausgerechnet, verbuchte Facebook dagegen einen Gewinn von zwölf Cent pro Anteilsschein.
Insgesamt kam Facebook auf einen Umsatz von fast 1,2 Milliarden Dollar und damit 32 Prozent mehr als vor einem Jahr. Analysten hatten mit weniger Umsatz gerechnet. Auch die für das Unternehmen überlebenswichtigen Werbeeinnahmen stiegen um 28 Prozent auf 992 Millionen Dollar. Die Kasse von Facebook ist mit 10,2 Milliarden Dollar prall gefüllt - alleine 6,8 Milliarden Dollar davon stammen aus dem Börsengang. Die Zahl der Mitarbeiter stieg binnen eines Jahres von knapp 2700 auf annähernd 4000.
Aktien des Internetkonzerns sinken auf neuen Tiefstand
tagesschau 20:00 Uhr, 27.07.2012, Svea Eckert, NDR
Aktie rutscht auf nur noch 24 Dollar
Die seit dem Börsengang im Mai stark unter Druck stehende Aktie schwankte nachbörslich trotzdem stark und fiel um zehn Prozent auf rund 24 Dollar. Das ist ein neues Allzeittief. Neuaktionäre hatten beim Börsengang im Mai 38 Dollar je Anteilsschein an Gründer Mark Zuckerberg und die anderen Alteigentümer gezahlt. "Wir sind enttäuscht darüber, wie sich der Aktienkurs entwickelt hat", räumte Finanzchef David Ebersman ein. "Aber wir sind das gleiche Unternehmen wie zuvor."
Der Zustrom bei den Mitgliedern hält unterdessen an: Ende Juni hatte Facebook 955 Millionen monatliche Nutzer nach 901 Millionen Ende März und 845 Millionen Ende Dezember. Zuvor hatte es Sorgen um einen Schwund gegeben. Manche Analysten störten sich allerdings daran, dass die Zahl der täglichen und damit besonders wertvollen Nutzer im geringeren Maße auf 552 Millionen zulegte.
Im Vorfeld des Börsengangs waren Zweifel daran laut geworden, dass Facebook seine Nutzerzahlen in Einnahmen ummünzen kann. Vor allem die steigende Beliebtheit von Smartphones hatte sich als Problem herausgestellt. Auf den kleinen Bildschirmen lässt sich kaum Werbung unterbringen. "Die mobile Nutzung ist eine große Chance für Facebook", sagte Zuckerberg jetzt. Die Leute nutzten Facebook stärker, wenn sie ein Smartphone haben. Mittlerweile haben 543 Millionen Menschen die Facebook-Apps auf ihren Handys.
Stand: 27.07.2012 00:15 Uhr
