Das Facebook-Logo | Bildquelle: REUTERS

Verletzung der Datenschutzregeln Spanien bittet Facebook zur Kasse

Stand: 11.09.2017 16:28 Uhr

Spanien hat Facebook wegen Verstößen gegen Datenschutzbestimmungen zu einer Millionenstrafe verdonnert. Der US-Internetkonzern sammele unrechtmäßig private Daten seiner Nutzer und nutze sie kommerziell - ohne ausreichend darüber zu informieren.

Wegen Verletzung der Datenschutzbestimmungen soll Facebook in Spanien eine Geldstrafe von 1,2 Millionen Euro zahlen. Der US-Konzern habe ohne ausdrückliche Einwilligung der Nutzer Daten gesammelt und zu Werbezwecken benutzt, teilte die spanische Datenschutzbehörde AEPD mit. Die Strafe werde in der genannten Gesamthöhe wegen zweier schwerer und einer sehr schweren Verletzung des spanischen Datenschutzgesetzes verhängt, hieß es. 

Kommerzielle Nutzung auch privater Informationen

Facebook habe unter anderem auch Daten kommerziell benutzt, die in Spanien vom Gesetz besonders streng geschützt seien. Das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Menlo Park hat nach Ansicht der Datenschützer Informationen der User gesammelt - zu "Ideologie, Geschlecht, religiösen Überzeugungen, persönlichen Vorlieben" - und darüber, wo der Nutzer im Internet unterwegs sei. Die Nutzer seien dabei "nicht deutlich genug informiert" worden.

Die Datenerhebung mittels Cookies sei auch bei Facebook-Besuchern durchgeführt worden, die nicht Mitglied des sozialen Netzwerkes gewesen seien, sowie bei Facebook-Mitgliedern, die Seiten von Dritten besucht hätten, ohne sich angemeldet zu haben. Die Daten würden vom Unternehmen zudem nicht gelöscht, so die AEPD.

Facebook kann Entscheidung anfechten

Der Konzern hat nun zwei Monate Zeit, um die Entscheidung anzufechten. Für eine Stellungnahme war Facebook Spanien zunächst nicht zu erreichen. Das Netzwerk hat inzwischen weltweit mehr als zwei Milliarden aktive Nutzer. Die Strafe von 1,2 Millionen Euro ist ein Bruchteil des Quartalsgewinns von zuletzt etwa acht Milliarden Dollar und der Marktkapitalisierung von etwa 435 Milliarden Dollar.

Ähnliche Ermittlungen sind auch in Belgien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden auf den Weg gebracht worden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. September 2017 um 17:00 Uhr in den Wirtschaftsnachrichten.

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