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Quartalszahlen Facebook wächst, doch Sorgen bleiben

Stand: 01.02.2018 00:54 Uhr

Die Werbeeinnahmen des sozialen Netzwerks wachsen weiter kräftig, doch in den Zahlen schlummern Risiken. Auch andere Tech-Firmen blicken auf schwierige Monate zurück.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Die Online-Werbung bei Facebook boomt: 13 Milliarden Dollar nahm das weltgrößte Online-Netzwerk im vergangenen Quartal ein - ein Plus von 47 Prozent im Jahresvergleich. Sieht man genauer hin, geht die Nutzung jedoch zurück.

Täglich gehen 1,4 Milliarden Menschen auf Facebook. Unterm Strich ist das Unternehmen in den vergangenen drei Monaten weiter gewachsen - es sind 32 Millionen neue Nutzer dazu gekommen. Allerdings: Es ist das langsamste Wachstum seit 2015.

Weniger tägliche Nutzer in den USA

In den USA ging die Zahl der täglichen Nutzer sogar erstmals zurück - von 185 auf 184 Millionen. Gründer und Facebook Chef Mark Zuckerberg begründet das mit den Änderungen am sogenannten Newsfeed. Also all den Meldungen, die einem im Hauptfenster angezeigt werden.

Besonders Betroffen: Video-Inhalte. Konsequenz: Pro Tag ist der Facebook-Konsum um mittlerweile 50 Millionen Stunden zurückgegangen. Das hatte Zuckerberg bereits vor einigen Wochen angekündigt.

Das Netzwerk will nämlich wieder zu seinen Anfängen zurückkehren: Es werden mehr Einträge von Freunden und Verwandten angezeigt und weniger Inhalte von Medien. Auf lange Sicht, so die Einschätzung des 33-Jährigen, werde Facebook dadurch wieder attraktiver werden. In Deutschland ist die neue Newsfeed-Einstellung noch nicht aktiviert.

Zuckerberg will Regulierung zuvorkommen

Ein wesentlicher Grund für die Änderung des so wichtigen Newsfeeds war die Verbreitung von Falschmeldungen auf Facebook während der US-Wahlen. Das Online-Netzwerk muss mit politischen Konsequenzen rechnen, weil es nach Überzeugung vieler Politiker in Washington zu leicht manipulierbar ist.

Facebook-Chef Zuckerberg will mit der Änderung des Newsfeeds die Flucht nach vorn antreten und hofft so, einer möglicher Regulierung seines Unternehmens zuvorzukommen. Der neue Newsfeed vertraut darauf, dass Menschen, die sich gegenseitig kennen oder gar miteinander verwandt sind, weniger Falschmeldungen verbreiten.

Microsoft musste einen Milliardenverlust melden.
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Microsoft musste einen Milliardenverlust melden.

Die Angebote von Medien - wie zum Beispiel der Tagesschau oder von Zeitungsverlagen - sollen zukünftig dagegen weniger häufig auftauchen. Vor allem Unternehmen, die stark auf virale Videos bei Facebook gesetzt haben, müssen nach Expertenmeinung mit einem dramatischen Rückgang ihrer Nutzerzahlen rechnen.

Großer Verlust bei Microsoft


Auch andere Tech-Unternehmen legten bedenkliche Quartalszahlen vor. So gelang es etwa dem Bezahldienst Paypal, Gewinn und Erlöse zum Jahresende überraschend kräftig zu steigern, Anleger reagierten dennoch enttäuscht. Der Bösernkurs des Unternehmens sank um vier Prozent.

Noch schlimmer traf es Microsoft. Eine hohe Abschreibung wegen der US-Steuerreform riss ein tiefes Loch in die Bilanz. Der Konzern meldete deshalb für das vierte Quartal 2017 einen Verlust in Höhe von 6,3 Milliarden Dollar (5,1 Milliarden Euro). Auch die Microsoft-Aktie verlor nach Bekanntgabe der Zahlen deutlich an Wert.  

Facebook wächst, doch Sorgen bleiben
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
01.02.2018 11:20 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 01. Februar 2018 um 11:30 Uhr.

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