Gebäude mit Facebook-Logo | Bildquelle: AFP

Facebook-Quartalsbilanz Doppelter Gewinn und saftige Strafe

Stand: 02.02.2017 09:05 Uhr

Facebook kann seine Reichweite immer besser in Werbedollar ummünzen. Umsatz und Gewinn gingen im vergangenen Quartal steil nach oben. Damit könnte das Netzwerk auch das teure Urteil im Prozess um die VR-Brille Oculus Rift verkraften.

Facebook hat mit seinem rasanten Wachstum im vergangenen Quartal alle Erwartungen übertroffen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 51 Prozent auf rund 8,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn wurde mit knapp 3,6 Milliarden Dollar sogar mehr als verdoppelt, wie Facebook nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Aktie legte nachbörslich um rund zwei Prozent zu.

Teures Urteil im Streit um VR-Brille

Eine Niederlage erfuhr Facebook allerdings im Streit über die Entwicklung der Virtual-Reality-Brille bei der Konzerntochter Oculus. Ein Gericht in Texas ordnete an, dass Facebook 500 Millionen Dollar an die Spielefirma ZeniMax Media zahlen muss.

ZeniMax hatte Klage eingereicht und erklärt, Facebook habe für die Entwicklung der Oculus-Brille eine ZeniMax-Technologie genutzt.

Während des mehrwöchigen Verfahrens war auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg in den Zeugenstand gerufen worden, wo er die ZeniMax-Vorwürfe zurückwies.

Facebook prüft Berufung

Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg kündigte an, das Online-Netzwerk werde eine Berufung prüfen. Für das Geschäft von Facebook seien die 500 Millionen Dollar aber unerheblich, betonte sie im Technologieblog "Recode".

Facebook hatte Oculus im Frühjahr 2014 für rund zwei Milliarden Dollar gekauft, im vergangenen Jahr war die VR-Brille Rift nach jahrelanger Entwicklung und massiven Investitionen schließlich in den Handel gekommen.

Mit der VR-Technologie können Nutzer in virtuelle Welten eintauchen. Zuckerberg ist überzeugt, dass sie viele Lebensbereiche wie Kommunikation und Bildung verändern kann.

Mehr Nutzer, die mobil aktiv sind

Im vergangenen Quartal stieg die Zahl aktiver Nutzer bei Facebook um 70 Millionen auf 1,86 Milliarden im Monat. Rund 1,74 Milliarden von ihnen greifen auf das weltgrößte Online-Netzwerk von Smartphones aus zu und über 1,2 Milliarden Nutzer sind täglich bei Facebook.

Die tragende Säule des Facebook-Geschäfts sind nach wie vor die Werbeerlöse. Rund 84 Prozent davon kommen aus Anzeigen auf mobilen Geräten. Facebook hatte in den vergangenen Monaten unter anderem stark das Geschäft mit Video-Werbung und Anzeigen bei seiner Foto-Plattform Instagram mit 600 Millionen Nutzern ausgebaut.

Leicht getrübter Ausblick

Für 2017 blieb das weltgrößte soziale Netzwerk aber bei seiner Einschätzung, dass die Werbeerlöse langsamer zulegen würden. Zudem kündigte Zuckerberg in einer Telefonkonferenz mit Analysten höhere Ausgaben im laufenden Jahr an. Er will vor allem kräftig in Videos investieren.

Bereits im November hatte das Management von einer Verlangsamung des Wachstums gewarnt, weil das Unternehmen den Nutzern nicht unbegrenzt Werbeanzeigen zumuten könne.

Auch Analyst Michael Pachter von Wedbush Securities rechnet in diesem Jahr mit einer geringeren Wachstumsrate beim Umsatz. "Aber sie wird sehr hoch bleiben", sagte er.

Mehr Personal für mehr Videos

Für seine Video-Offensive will Facebook mehr Personal einstellen. Der Fokus werde auf der Entwicklung kurzer Original-Videos liegen, sagte Zuckerberg. Damit könnte Facebook nicht nur der Videoplattform YouTube der Google-Mutter Alphabet Konkurrenz machen. Auch der Online-Videothek Netflix könnte dadurch ein Wettbewerber erwachsen.

Über dieses Thema berichteten Inforadio am 02. Februar 2017 um 06:37 Uhr und NDR Info gegen 08:41 Uhr.

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