Panne: Facebook gibt Millionen Kontaktdaten weiter

Sechs Millionen Nutzer betroffen

Datenschutz-Panne bei Facebook

Durch einen Fehler in der Adressdatenbank von Facebook haben Nutzer ein Jahr lang Zugriff auf Adressdaten ihrer Kontakte bekommen, die eigentlich für sie nicht freigegeben waren. Das weltgrößte Online-Netzwerk spricht von sechs Millionen betroffenen Mitgliedern.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles

Es ist die wohl größte Sicherheitspanne in der Geschichte von Facebook. Und auch wenn sie weniger als ein Prozent der Nutzer betrifft: Bei mehr als einer Milliarde aktiven Mitgliedern ist das immer noch eine stattliche Menge. Facebook geht derzeit von sechs Millionen Betroffenen aus.

Startseite von Facebook (Bildquelle: ARD-aktuell / Weiss)
galerie

Sechs Millionen Mitglieder sollen betroffen gewesen sein.

Ein Eintrag im firmeneigenen Sicherheitsblog erklärt das Problem. Facebook hat - bedingt durch einen Datenbankfehler - Telefonnummern oder E-Mail-Adressen von Mitgliedern an andere Facebook-Nutzer weitergegeben, obwohl die Inhaber dieser Daten dem nicht zugestimmt haben.

Das Unternehmen beschreibt den Fehler so: Ein Nutzer kann sein persönliches Adressbuch hochladen, und dann versucht die Datenbank, anhand der Namen und Adressen zugehörige Facebook-Mitglieder zu finden. Die schlägt Facebook dann dem ersten Nutzer als mögliche Freunde vor. Wenn dieser Nutzer nun aber seine Adresskartei wieder von Facebook herunterlädt, dann enthielt diese zeitweise Telefonnummern und Email-Adressen, die vorher gar nicht drin waren.

Die Daten stammten aus den Adressbüchern anderer Nutzer, nicht von den Betroffenen selbst. Sie müssen also nicht stimmen aber klar ist, dass sie nicht zum Herunterladen freigegeben worden.

Datenpanne bei Facebook betrifft ca. sechs Millionen Nutzer
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
22.06.2013 07:36 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Facebook hat das Problem inzwischen behoben. Die Firma hat nach eigenen Angaben derzeit keine Hinweise darauf, dass der Fehler professionell ausgenutzt wurde, um Adressdaten zu erbeuten. Trotzdem sei man bestürzt und beschämt, heißt es in dem Blogeintrag. Man habe die Aufsichtsbehörden in den USA, Kanada und Europa informiert und werde die betroffenen Nutzer per Mail kontaktieren.

Die Panne belegt, dass Facebook die Daten seiner Nutzer im Hintergrund zu einer großen Adresskartei zusammenführt. Die ist bei mehr als einer Milliarde aktiven Mitgliedern natürlich riesig. Und wenn sich dann ein Fehler einschleicht, sind entsprechend viele Menschen betroffen.

Dieser Beitrag lief am 22. Juni 2013 um 8:45 Uhr auf InfoRadio.

Stand: 22.06.2013 07:59 Uhr

Darstellung: