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Nach Datenskandal Facebooks Zahlen enttäuschen

Stand: 26.07.2018 03:55 Uhr

Schwache Quartalszahlen und ein trüber Ausblick haben Facebook im ersten Quartal nach dem Datenskandal einen Absturz an der Börse beschert. Firmenchef Zuckerberg kündigte massive Kostensteigerungen an.

Facebook hat im zweiten Quartal schwächere Zahlen als erwartet vorgelegt: Im ersten vollen Quartal nach dem Datenskandal stieg der Umsatz zwar um 42 Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar (11,3 Milliarden Euro); der Gewinn legte um 31 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar zu, wie das Unternehmen mitteilte. Damit blieb das Online-Netzwerk aber hinter den Erwartungen zurück.

Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer stieg um elf Prozent auf 2,23 Milliarden an - die meisten Schätzungen waren von 2,25 Milliarden ausgegangen. Auch der Anstieg der täglich aktiven Nutzer fiel mit einem Anstieg um elf Prozent auf 1,47 Milliarden schwächer aus als erwartet. Der Aktienkurs stürzte nach Bekanntgabe der Zahlen und einem schwachen Ausblick um mehr als 20 Prozent ab.

Massiver Kostendruck

Facebook-Chef Mark Zuckerberg sagte, das Unternehmen habe viel in "Sicherheit und Datenschutz" investiert. "Wir investieren so viel in die Sicherheit, dass es sich auf unsere Rentabilität auszuwirken beginnt", sagte Zuckerberg in einer Telefonkonferenz zum Quartalsbericht. Er fügte aber hinzu: "Wir führen dieses Unternehmen langfristig und nicht für das nächste Quartal."

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Facebook-Chef Zuckerberg appelliert an die Anleger, langfristig zu denken.

Bei den Kosten erwartet das Unternehmen einen Sprung von 50 bis 60 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr, weil Facebook mehr in Datensicherheit, Marketing und Inhalte investieren will. Die vor kurzem in der EU in Kraft getretene Datenschutzverordnung hat auch Facebook dazu gezwungen, seine Nutzerbedingungen hin zu mehr Datenschutz zu ändern.

Datenskandal wirkt sich stärker aus als erwartet

Facebook steckt wegen des Skandals um den massiven Missbrauch von Nutzerinformationen durch die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica seit Monaten in der schwersten Krise seiner Unternehmensgeschichte. Zuckerberg hatte gesagt, er rechne nicht mit schwerwiegenden Folgen durch den Datenskandal - die jüngsten Quartalszahlen deuten aber auf eine Abkühlung hin.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Juli 2018 um 04:58 Uhr.

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