Deutsche Exporte im Juli überraschend gesunken Der Aufschwung lässt auf sich warten

Stand: 06.09.2013 15:10 Uhr

Zwei Verladekräne und Containerstapel stehen im Hafen Duisport in Duisburg
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Die Ausfuhren stocken - wie hier im Duisburger Hafen.

Die deutsche Wirtschaft hat einen Fehlstart ins zweite Halbjahr hingelegt. Die Exporte fielen im Juli überraschend, während die Unternehmen ihre Produktion so stark drosselten wie seit mehr als einem Jahr nicht mehr. "Es fehlt der Schwung", sagte der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner.

Die Exporteure setzten 1,1 Prozent weniger um als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Ökonomen hatten hingegen mit einem Plus von 0,8 Prozent gerechnet, nachdem es im Juni zu einem Wachstum von 0,6 Prozent gereicht hatte. "In den Schwellenländern ist es schlechter gelaufen", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. "Und die Euro-Länder sind noch nicht so weit, um für unsere Exporte stärkere Impulse zu setzen."

Weniger Aufträge, weniger Produktion

Die Unternehmen fuhren ihre Produktion im Juli um 1,7 Prozent herunter, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Das war der stärkste Rückgang seit April 2012. Die Aufträge aus der Industrie gingen sogar um 2,7 Prozent zurück - das größte Minus seit November 2011. Allerdings lag das Auftragsniveau immer noch über dem Schnitt des zweiten Quartals.

Ökonomen trauen der deutsche Wirtschaft deshalb trotz der Rückschläge einen Aufschwung zu. "Das war eher eine Verschnaufpause", sagte DIHK-Experte Treier. Besonders die Nachfrage nach Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen werde anziehen, weil es in Europa und in großen Schwellenländern einen Nachholbedarf gebe.

"Eigentlich sind die Rahmenbedingungen gut"

Besonders aus China kamen zuletzt positive Konjunktursignale. "Die Rahmenbedingungen sind eigentlich günstig", sagte Stefan Schilbe, Ökonom von der Düsseldorfer Bank HSBC Trinkaus. "Die Frühindikatoren in den Industriestaaten - von den USA über Großbritannien bis hin zu den Euro-Staaten - zeigen nach oben." Die Exporte werden darum nach Expertenmeinung bald wieder anziehen.

Der BGA rechnet für dieses Jahr immer noch mit einem Exportwachstum von drei Prozent. Dazu muss die Nachfrage aber in den verbleibenden Monaten kräftige zulegen, denn in den ersten sieben Monaten schrumpften die Ausfuhren um 0,5 Prozent auf 640,8 Milliarden Euro.

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