Euro-Länder verlieren für Exporteure an Bedeutung

Rekordwerte für deutschen Ausfuhrhandel

Euro-Länder verlieren für Exporteure an Bedeutung

Die Euro-Länder verlieren für deutsche Exporteure zunehmend an Bedeutung. Ihr Anteil am Auslandsumsatz der Unternehmen fiel in den ersten neun Monaten dieses Jahres auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts gingen dorthin nur noch 37,6 Prozent der exportierten Waren. Die 40-Prozent-Marke war im vergangenen Jahr mit 39,7 Prozent erstmals unterschritten worden.

Container im Hamburger Hafen am Containerterminal "Burchardkai" der HHLA (Bildquelle: dapd)
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Deutsche Exporteure setzen zunehmend auf Handel mit Schwellenländern.

"Die boomenden Geschäfte mit großen Schwellenländern wie China lassen den Anteil der Euro-Länder an den deutschen Warenexporten kontinuierlich sinken", sagte der Außenhandelsexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ilja Nothnagel. Nochmal verstärkt habe diesen Trend die europäische Schuldenkrise. Die Exporte in Krisenstaaten brachen ein. In Italien waren es bis zu Beginn dieses Quartals bereits zehn Prozent, in Spanien rund elf Prozent weniger.

Zunehmend Export in Schwellenländer

Der DIHK hält es deswegen für möglich, dass der Anteil der Euro-Ländern an deutschen Ausfuhren bis 2015 auf unter 35 Prozent fällt. Das liege am schnellen Wachstum der großen Schwellenländer. Besonders China gewinnt als Handelspartner an Bedeutung. Zwischen 2007 und 2011 hat sich der Anteil des Landes an deutschen Exporten von 3,1 auf 6,1 Prozent nahezu verdoppelt. Unternehmen wie die Autobauer Volkswagen, Audi und Porsche haben dort bereits ihren wichtigsten Absatzmarkt gefunden.

Trotz der Krise in der Währungsunion erwartet der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) bei den deutschen Exporten Rekordumsätze. Für das laufende Jahr rechnet der Branchenverband mit einem Umsatz von 1103 Milliarden Euro. Das entspräche einem Anstieg von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Billionen-Grenze war 2011 erstmals überschritten worden.

Zehn Prozent mehr Außenhandelsüberschuss

"Zusammen mit den Importen wird unser Außenhandel in diesem Jahr sogar erstmals die Zwei-Billionen-Euro-Marke überschreiten", sagte BGA-Präsident Anton Börner. Bis zum Jahresende rechnet er mit drei Prozent Zuwachs bei den Warenimporten. Das wären 929 Milliarden Euro. Der Außenhandelsüberschuss betrage in dem Fall 174 Milliarden Euro - zehn Prozent mehr als im Jahr davor. Auch für das 2013 rechnet der BGA mit einem Wachstum - 5 Prozent Anstieg bei den Exporten, 5,5 Prozent bei den Importen.

Stand: 26.11.2012 14:28 Uhr

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