EU-Flagge mit 1-Euro-Münzen | Bildquelle: dpa

Eurozone So wenig Arbeitslose wie zuletzt 2009

Stand: 31.01.2017 14:39 Uhr

Der Arbeitsmarkt im Währungsraum erholt sich weiter: In der Eurozone sind so wenige Menschen ohne Beschäftigung wie seit mehr als sieben Jahren nicht mehr. Am stärksten sank die Arbeitslosenquote in Spanien und Portugal. Doch es gibt erhebliche regionale Unterschiede.

Die Arbeitslosenquote in der Eurozone ist auf den tiefsten Stand seit über sieben Jahren gefallen. Im Dezember sei die Quote um 0,1 Prozentpunkte auf 9,6 Prozent gesunken, teilte das Statistikamt Eurostat Luxemburg mit. Dies ist die niedrigste Arbeitslosenquote im gemeinsamen Währungsraum seit Mai 2009.

Außerdem revidierte Eurostat die Daten für November nach unten. Die Arbeitslosenquote hatte demnach bei 9,7 Prozent gelegen und nicht wie ursprünglich gemeldet bei 9,8 Prozent. Volkswirte hatten für Dezember eine Quote von 9,8 Prozent erwartet.

Seit etwa drei Jahren ist der Arbeitsmarkt der Eurozone tendenziell auf dem Weg der Besserung. Zum Vergleich: In der Hochphase der Euro-Schuldenkrise 2013 hatte die Quote zeitweise Rekordwerte von knapp 12 Prozent erreicht.

Deutschland hat niedrigste Arbeitslosenquote

Die Entspannung zeigte sich auch bei der Zahl der Arbeitslosen. Diese fiel im Dezember zum Vormonat um 121.000 auf 15,571 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Arbeitslosenzahl um 1,256 Millionen.

Nach wie vor gibt es aber enorme Unterschiede innerhalb der Eurozone: Deutschland verzeichnete im Dezember nach europäischen Standards berechnet mit 3,9 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote. Die höchste Quote hat derzeit Griechenland. Die aktuellsten Zahlen beziehen sich auf Oktober, als die Quote bei 23,0 Prozent lag.

Nach wie vor hohe Jugendarbeitslosigkeit

Die stärksten Rückgänge bei der Arbeitslosenquote verzeichneten Spanien und Portugal. In Spanien sank die Quote von 20,7 Prozent im Vormonat auf 18,4 Prozent im Dezember, in Portugal fiel sie von 12,2 auf 10,2 Prozent.

Ein großes Problem bleibt die hohe Jugendarbeitslosigkeit, auch wenn sich die Lage ebenfalls etwas entspannte. Für Dezember meldete Eurostat unter den 15- bis 24-jährigen eine Arbeitslosenquote von 20,9 Prozent. Vor einem Jahr hatte die Quote noch bei 21,8 Prozent gelegen.

Zudem bleibt die Entwicklung der Löhne und Gehälter in der Eurozone weiter relativ schwach. "Trotz der guten Arbeitsmarktentwicklung ist keine beschleunigte Lohndynamik festzustellen", sagte Experte Christian Lips von der Landesbank NordLB.

Über dieses Thema berichteten die tagesschau am 31. Januar 2017 um 15:00 Uhr und Deutschlandfunk um 13:36 Uhr.

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