Bundeskanzlerin Angela Merkel. | Bildquelle: REUTERS

Vertiefung der Eurozone Merkel bereit für die Debatte

Stand: 20.06.2017 12:59 Uhr

Bundeskanzlerin Merkel hat sich offen für die Vorschläge des französischen Präsidenten Macron zur Weiterentwicklung der Eurozone gezeigt. Der Vergemeinschaftung von Risiken in der Eurozone erteilte sie allerdings eine Absage.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich zur Debatte über eine Vertiefung der Eurozone bereit erklärt. Sie reagierte damit auf Vorschläge des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Da es große Unterschiede in der Wirtschaftskraft der 19 Mitgliedsländer gebe, könne sie sich eine gemeinsame Wirtschaftsregierung vorstellen, sagte Merkel in Berlin. Über einen gemeinsamen Finanzminister und ein gemeinsames Euro-Budget könne man ebenfalls nachdenken, "wenn die Rahmenbedingungen stimmen", sagte die Bundeskanzlerin weiter.

Voraussetzung sei, "dass man damit auch wirklich Strukturen stärkt und sinnvoll Dinge macht", sagte sie. "Die wirtschaftliche Kohäsion der Mitgliedstaaten der Eurozone lässt zu wünschen übrig", sagte Merkel weiter. Eine gemeinsame Wirtschaftsregierung könnte stärker darüber nachdenken, welche Länder die besten Rezepte etwa zur Schaffung von Arbeitsplätzen haben und wie andere davon lernen könnten.

Auch gemeinsamer Haushalt denkbar

"Wir sollten nicht sagen, was nicht geht, sondern einfach überlegen, was sinnvoll geht", sagte Merkel. Auch ein gemeinsamer Haushalt sei eine Überlegung wert. Die Vergemeinschaftung von Risiken in der Eurozone lehnte die Bundeskanzlerin dagegen ab.

Vor dem EU-Gipfel Ende dieser Woche hatten Merkel und Macron ihre Positionen jüngst abgestimmt. Die Bundesregierung will zusammen mit dem französischen Präsidenten einen Fahrplan für die Reform der Eurozone vorlegen. Auch die EU-Kommission hat bereits entsprechende Vorschläge gemacht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Juni 2017 um 13:30 und 16:00 Uhr in den Nachrichten.

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