Ein Airbus A 330 der Lufthansa-Tochter Eurowings | Bildquelle: 20160212

Tarifstreit bei Eurowings Schlichtung mit Flugbegleitern gescheitert

Stand: 16.08.2017 17:06 Uhr

Der Tarifkonflikt bei Eurowings ist wieder aufgebrochen. Die Schlichtung unter dem früheren Bürgermeister Wowereit ist gescheitert. Ein Grund sei die Insolvenz von Air Berlin, so die Gewerkschaft UFO. Nun seien "flächendeckende Arbeitskämpfe" zu erwarten.

Die seit April laufende Schlichtung im Tarifkonflikt der Flugbegleiter bei der Lufthansa-Billigtochter Eurowings ist gescheitert. Mit der Geschäftsleitung von Eurowings habe keine Lösung erarbeitet werden können, teilte der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO mit. Grund dafür sei die Insolvenz des Lufthansa-Konkurrenten Air Berlin, durch die der Konzern billig an Flugzeuge und Personal kommen könne.

Ein Eurowings-Sprecher sagte, man bedauere, dass UFO die Schlichtung abgebrochen habe, "obwohl wir tragfähige Lösungen angeboten haben und gemeinsam mit dem Schlichter einen Kompromiss ausarbeiten wollten." Der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, sollte als Schlichter eine Lösung für den Tarifstreit bei Eurowings finden, der bereits seit drei Jahren läuft.

Ryanair und Easyjet mehr Konkurrenz machen

Im Kern geht es um die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung der 400 Eurowings-Flugbegleiter in Deutschland. Lufthansa will mit ihrer Billigtochter den Rivalen Ryanair und Easyjet mehr Konkurrenz machen und verhandelt derzeit über eine Übernahme von Teilen der insolventen Air Berlin.

Eurowings forderte die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Das Unternehmen sei dazu jederzeit bereit und biete kurzfristige Gespräche an.

Gewerkschaft will zur Urabstimmung aufrufen

UFO-Vorstandsmitglied Nicoley Baublies sagte, die Beschäftigten an Bord und am Boden treibe nun die Frage um, wie es weitergehe. Die Gewerkschaft werde daher in für Eurowings fliegenden Betrieben in den kommenden Tagen zur Urabstimmung aufrufen. "Mit dieser neuen Situation sind flächendeckende Arbeitskämpfe zu erwarten", sagte Baublies.

Die Politik müsse dafür sorgen, "dass Arbeitsplätze zu vernünftigen Bedingungen für die betroffenen Menschen erhalten bleiben", forderte Baublies. Auch Eurowings könne "mit einem sozialverträglichen Vorgehen" beweisen, "dass eine starke Marke mit ordentlichen Sozialstandards im hart umkämpften Markt bestehen will und kann".

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. August 2017 um 17:15 Uhr.

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