Eurowings | Bildquelle: dpa

Streik bei Eurowings und Germanwings Rund 380 der 500 Flüge fallen aus

Stand: 27.10.2016 02:50 Uhr

Der ganztägige Streik des Kabinenpersonals von Eurowings und Germanwings hat begonnen. Die Arbeitsniederlegung trifft zehntausende Fluggäste: Rund 380 der regulären 500 Flüge wurden gestrichen - vor allem auf innerdeutschen Verbindungen.

Am Morgen hat der 24-Stunden-Streik beim Lufthansa-Billigflieger Eurowings offiziell begonnen. Die Kabinengewerkschaft UFO rief ihre Mitglieder bei den Teilgesellschaften Eurowings GmbH und der größeren Germanwings zu dem Ausstand auf. Betroffen sind die deutschen Flughäfen Düsseldorf, Köln, Dortmund, Hannover, Stuttgart, Berlin und Hamburg. Ausgenommen sind Frankfurt und München. Von den üblicherweise 500 Flügen fallen rund 380 aus, teilte Eurowings mit.

Betroffen sind voraussichtlich mehr als 50.000 Fluggäste. Sie müssen sich auf Ausfälle vor allem auf innerdeutschen Flügen einstellen, doch wie aus dem Sonderflugplan der Airline hervorgeht, kommt es auch europaweit zu Behinderungen. Langstreckenflüge finden wie geplant statt.

Gescheiterte Tarifverhandlungen

Grund für den ganztägigen Streik sind gescheiterte Tarifverhandlungen für Teilzeitregelungen für Flugbegleiter. Das habe die Tarifkommission der UFO festgestellt. "Auf unser Forderungspaket wurde nicht eingegangen, mehrere Termine fielen ersatzlos aus und das 'Angebot' von Germanwings zu Teilzeiten lässt eine Entlastung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht zu", sagte UFO-Verhandlungsführerin Sylvia De la Cruz einer Mitteilung zufolge. "Daher bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Interessen im Rahmen eines Arbeitskampfes durchzusetzen."

Bei den Verhandlungen hatte die UFO nach eigenen Angaben zuletzt eine Schlichtung nach dem Vorbild der Eurowings-Mutter Lufthansa vorgeschlagen, wo unter Leitung des Ex-SPD-Politikers Matthias Platzeck Lösungen gefunden worden waren. Die Eurowings-Geschäftsführung habe sich kurzfristig dazu nicht in der Lage gesehen und lediglich mitgeteilt, dass sie den Vorschlag prüfen werde, berichtete die Gewerkschaft. Bis zum Nachmittag sei keine Zusage erfolgt. UFO-Verhandlungsführerin De la Cruz warf dem Unternehmen daraufhin eine Verzögerungstaktik vor.

Kein Verständnis bei Eurowings

Eurowings beharrte seinerseits darauf, dass man zu allen offenen Tarifthemen eine Schlichtung angeboten habe. Den Flugbegleitern habe man bei einer Laufzeit von 39 Monaten Gehaltserhöhungen von durchschnittlich sieben Prozent und eine höhere Gehaltsstruktur angeboten. Für die Streikdrohung habe man daher kein Verständnis.

In dem Tarifstreit geht es um die Gehälter und Arbeitsbedingungen der rund 400 Flugbegleiter der in Düsseldorf sitzenden deutschen Fluggesellschaft Eurowings GmbH, die 23 von bislang 90 Mittelstreckenjets der expandierenden Lufthansa-Billigplattform Eurowings betreibt. Es ist unklar, ob UFO in der Belegschaft die Mehrheit vertritt, da auch die DGB-Gewerkschaft ver.di dort Mitglieder organisiert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Oktober 2016 u.a. um 17:00 Uhr.

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