Eine Maschine des Billigfliegers Eurowings | Bildquelle: dpa

Eurowings tritt auf die Bremse Neue Fernziele müssen warten

Stand: 03.02.2016 16:16 Uhr

Weil die Lufthansa-Billigtochter Eurowings mit Verspätungen kämpft tritt sie bei ihren Expansionsplänen auf die Bremse. Neue Ziele in den USA kommen später in den Flugplan, eine Verbindung nach Teheran wird erstmal ganz gestrichen.

Technische Probleme, eine unzureichende Ersatzteilversorgung und einfach zu wenige Maschinen in den Hangars. Diese Gründe nennt Lufthansa für den Fehlstart von Eurowings im Langstreckengeschäft seit Anfang des Jahres. Jetzt zieht die Billigtochter die Konsequenz und verschiebt den Start neuer Angebote von Köln/Bonn nach Boston und Miami um einen Monat. Statt Anfang Mai wird es jetzt Juni.

Neue Ziele kommen später, andere fallen weg

Flüge in die iranische Hauptstadt Teheran sind sogar auf Eis gelegt und nicht mehr buchbar. Wer bereits Tickets gekauft hat, werde auf andere Flüge umgebucht, teilte ein Sprecher von Eurowings mit. Zehn Ziele hat Eurowings im Moment im Angebot. Für die habe man offenbar zu wenig Puffer eingebaut, räumte der Sprecher ein. Anfang des Jahres war ein Eurowings-Flieger aus Kuba erst mit 68 Stunden Verspätung in Köln gelandet. Viele andere Flüge hatten mehr als drei Stunden Verspätung.

Mehr Langstreckenjets für die Flotte der Lufthansa-Billigtochter Eurowings | Bildquelle: REUTERS
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Mehr Langstreckenjets vom Typ Airbus A 330 für die Flotte der Lufthansa-Billigtochter Eurowings

Lufthansa bessert nach

Mit den Änderungen der Flugpläne will sich Lufthansa jetzt offenbar Luft verschaffen, um seine Tochter besser auszustatten. Denn bisher ist die Eurowings-Langstreckenflotte mit zwei Langstreckenjets vom Typ Airbus A330 sehr klein, zudem wird eine Maschine der Tuifly über Eurowings vermarktet. In April und Mai sollen zwei weitere Airbus-Langstreckenjets dazukommen. Das bedeutet mehr Puffer, um Probleme im Flugbetrieb aufzufangen.

Jagd auf die Billiglinien

Für die Lufthansa ist der Fehlstart bitter, da die Eurowings-Flüge in alle Welt eines der Vorzeigeprojekte von Konzernchef Carsten Spohr sind. Er will mit Eurowings den Billigfliegern wie Ryanair oder Easyjet Marktanteile streitig machen. Doch der Rückstand ist riesig und der Ausgang des Experiments für Lufthansa ungewiss.

Kosten bleiben die Kernherausforderung

Selbst wenn sie die Probleme rund um die neue Flotte in den Griff bekommt bleibt der Ticketpreis ein entscheidender Erfolgsfaktor. Kosten sparen will man vor allem beim Personal - und dagegen laufen die Lufthansa-Gewerkschaften schon seit langem Sturm. Vor allem die Piloten.

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