Mehr Langstreckenjets für die Flotte der Lufthansa-Billigtochter Eurowings

Tarifstreit bei Eurowings Einigung - aber nur mit einer Gewerkschaft

Stand: 02.12.2016 20:04 Uhr

Es gibt nicht nur einen Tarifstreit bei der Lufthansa: Während im Falle der Piloten beim Mutterkonzern weiter keine Lösung ins Sicht ist, gibt es bei den Flugbegleitern der Tochter Eurowings eine Einigung - was aber noch kein Ende des Tarifstreits bedeutet.

Die Lufthansa-Billigflugtochter Eurowings und die Gewerkschaft ver.di haben nach langen Verhandlungen eine Tarifeinigung für die Kabinenbeschäftigten erzielt. Demnach erhöhen sich die Gehälter der etwa 460 Flugbegleiter zum 1. Oktober 2016 um 2,5 Prozent, zum 1. Oktober 2017 um weitere 2,5 Prozent und zum 1. Oktober 2018 nochmals um 1,25 Prozent, wie Eurowings mitteilte.

Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle sprach von einem "sehr guten Ergebnis". Es sei vor allem aufgrund der Bereitschaft der Beschäftigten erzielt worden, für ihre berechtigten Forderungen zu streiken.

Konkurrenzgewerkschaft: "Eine massive Provokation"

Eurowings-Werbeplakat | Bildquelle: AFP
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Zwei Gewerkschaften vertreten die Flugbegleiter bei Eurowings: ver.di und Ufo.

Jörg Beißel, Geschäftsführer Personal von Eurowings, sagte: "Mit diesem Abschluss sind wir in einem schwierigen Marktumfeld an die Grenzen des wirtschaftlich Vertretbaren gegangen." Die Einigung sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Lösung der Tarifkonflikte in der Eurowings-Kabine. Man werde diesen Abschluss auch der Gewerkschaft Ufo anbieten.

Ufo-Tarifexperte Nicoley Baublies kritisierte den Abschluss zwischen Eurowings und ver.di allerdings umgehend. Er sei eine "massive Provokation" und trage nicht zur Vermeidung von Arbeitskämpfen bei. Ufo hatte Eurowings Ende Oktober bestreikt.

Wer ist die stärkere Gewerkschaft?

Ufo ist die zweite Gewerkschaft, die Flugbegleiter von Eurowings vertritt. Dass sie mit ver.di konkurriert, macht den Tarifstreit äußerst kompliziert. Beide Gewerkschaften beanspruchen für sich, bei Eurowings die stärkere zu sein. Es steht allerdings nicht fest, welche in dem Unternehmen tatsächlich mehr Mitglieder hat.

Sollten beide Gewerkschaften einen Tarifvertrag erreichen, müsste ein sogenanntes Tarifeinheitsverfahren in Gang gesetzt werden. Dann müsste notariell festgestellt werden, wer die meisten Gewerkschaftsmitglieder hat. Der Tarifvertrag der Gewerkschaft, welche die meisten Mitglieder hat, würde dann gelten.

Die Lufthansa hat aber eine noch viel größere Baustelle: Den Tarifstreit mit den Piloten der Muttergesellschaft. Sie hatten in den vergangenen Tagen mehrfach gestreikt und damit den Flugbetrieb weitgehend lahm gelegt. Die Lufthansa hatte den Piloten am Mittwoch ein neues Angebot vorgelegt, über das die Piloten-Gewerkschaft Cockpit aber noch nicht entschieden hat.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Dezember 2016 um 20:00 Uhr

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