Wolfgang Schäuble | Bildquelle: AFP

Schäubles letzte Eurogruppen-Sitzung Zum Abschied ein großes Projekt

Stand: 09.10.2017 17:19 Uhr

So wie heute stand er in der Eurogruppe selten im Mittelpunkt: Für Schäuble ist es die letzte Sitzung nach acht Jahren, mit dem Finanzministerium gibt er auch seinen Platz in der Gruppe auf. Ein Projekt will er aber noch vorantreiben.

Von Ralph Sina, ARD-Studio Brüssel

Acht Jahre lang richteten sich die Augen der 19 Eurostaaten-Finanzminister immer wieder auf ihn: Wolfgang Schäuble. Doch so stark wie heute stand der noch amtierende Bundesfinanzminister noch nie im Mittelpunkt.

Die letzte Eurogruppen-Sitzung nach acht Jahren. Da ist Abschiedsschmerz angesagt. Auch bei den Kollegen, die noch gar nicht lange dabei sind, so wie Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire. Auf Deutsch hielt der Franzose vor dem Beginn der Eurogruppen-Sitzung eine Laudatio auf seinen Kollegen aus Berlin. "Ich sehe ihn als großen Europäer und persönlichen Freund."

Wolfgang Schäubles letzte Eurogruppen Sitzung
nachtmagazin 00:20 Uhr, 10.10.2017, Markus Preiß, ARD Brüssel

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Zwar gibt sich der Geehrte betont bescheiden - "Es geht doch heute gar nicht um mich" -, aber dann blitzt beim Rückblick doch etwas Abschiedsschmerz auf. Leicht verabschiede er sich nicht von der Eurogruppen-Arbeit. Aber: "Acht Jahre sind eine gute Zeit, um aufzuhören oder eine andere Aufgabe zu machen." Und immerhin sei es in diesen acht Jahren der Eurokrise gelungen, "den Euro gegen manchen Zweifel stabil zu halten."

Schäubles Projekt: der Euro-Währungsfonds EWF

Damit der auch so stabil bleibt, wenn Euro-Lotse Schäuble von Bord gegangen ist, will der Bundesfinanzminister sein Projekt eines zum Euro-Währungsfonds EWF aufgewerteten Eurorettungsschirms ESM präsentieren. Dieser vom Internationalen Währungsfonds in Washington unabhängig agierende Europäische Währungsfonds soll gleich drei Funktionen haben: Er soll Finanzkrisen vorbeugen, den Euro im Fall neuer Weltwirtschaftskrisen stabilisieren und über die Einhaltung des Stabilitätspaktes wachen.

Den zum Beispiel verletzt Frankreich mit seinem Defizit seit acht Jahren in Folge. "Weil es eben Frankreich ist", wie Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagt. Und mit eben diesem achselzuckenden Laisser-faire soll nach Schäubles Willen Schluss sein. Nicht mehr die EU-Kommission oder ein EU-Finanzminister aus dem Kreis der Kommission, sondern ein Gremium des Europäischen Währungsfonds soll in Zukunft für die Einhaltung des Europäischen Stabilitätspaktes verantwortlich sein.

Mit Beschlüssen über Schäubles Ideen ist während dieser Eurogruppe nicht zu rechnen. Es ist der Beginn eines Brainstormings, dessen Ausgang Schäuble mutmaßlich aus der Position des Bundestagspräsidenten interessiert verfolgen wird.

Letzte Sitzung des Euro-Lotsen
Ralph Sina, ARD Brüssel
09.10.2017 16:42 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Oktober 2017 um 17:00 Uhr.

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