Ein kleines Schiff mit griechischer Flagge und Rettungsringen | Bildquelle: picture alliance / Hans Ringhofe

Einigung der Eurogruppe Rettungsring(chen) für Griechenland

Stand: 07.04.2017 13:54 Uhr

Im Tauziehen um weitere Finanzhilfen für Griechenland gibt es nach wochenlangem Stillstand wieder Fortschritte. Die Regierung in Athen und ihre Gläubiger einigten sich auf ein weiteres Sparpaket. Eine Komplett-Lösung steht noch aus.

Von Sabine Hackländer, ARD-Studio Brüssel, zurzeit Valletta

Mit einem breiten Lächeln betrat Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem am Morgen das Konferenzgebäude. Man habe entscheidende Fortschritte erzielt, es gehe voran, auch wenn es eine Komplett-Lösung des Problems noch nicht geben könne. Denn die politische Einigung ist doch viel umfangreicher als das Maßnahmen-Paket, um das es aktuell geht. Deswegen kann es noch nicht zu einer vollständigen politischen Vereinbarung kommen.

Dennoch sprachen viele von einem Durchbruch, der erzielt worden sei. Der besteht nun offensichtlich darin, dass sich Griechenland mit seinen Gläubigern auf das umstrittene zusätzliche Sparpaket geeinigt hat. Damit ist die Voraussetzung erfüllt, dass die Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank, Euro-Rettungsfonds und Internationalem Währungsfonds nach Athen zurückkehren können, um vor Ort ein entsprechendes Reformpaket zu schnüren und die bereits durchgeführten Reformfortschritte zu überprüfen.

Analyse Griechenlands geht auseinander

Ein anderer, dringend notwendiger Fortschritt lässt dagegen weiter auf sich warten, wie Bundesfinanzminister Wolgang Schäuble zu Beginn des Treffens erklärte: "Dass die Institutionen sich auf gemeinsame Zahlen einigen könnten, aber das wird wahrscheinlich heute nicht der Fall sein können."

Dabei geht es um unterschiedliche Ansichten über die Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftskraft Griechenlands in den kommenden Jahren. Die Daten sind für die Geldgeber so entscheidend, weil sie darüber Auskunft geben, ob das Land die Hilfsmilliarden in ferner Zukunft auch wieder zurückzahlen kann.

IWF und EZB uneins

Zu dem Punkt gibt es sehr unterschiedliche Blickwinkel: einerseits durch die Kommission und die EZB und andererseits durch den IWF. Letzterer sieht die Situation Griechenlands pessimistischer, während die Kommission es nach eigenen Angaben realistisch einschätzt. "Und wenn wir uns zwischen Realisten und Pessimisten annähern, kann der IWF auch an Bord bleiben", so der österreichische Finanzminister Hansjörg Schelling.

Tatsächlich zögerte der IWF bisher noch, sich am Hilfsprogramm zu beteiligen, so lange die sogenannte Schuldentragfähigkeit Griechenlands nicht gewährleistet sei.

Bundesfinanzminister Schäuble zeigte sich beim Treffen optimistisch, dass auch dieses Problem gelöst werden könne. Er erwarte, dass der IWF an Bord bleibe. Die Summe sei letztendlich nicht entscheidend. "Es hängt an den Gesprächen der beteiligten Institutionen. Wir werden sehen", so Schäuble.

Einigung mit Griechenland
S. Hackländer, SWR Brüssel
07.04.2017 13:54 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 07. April 2017 tagesschau24 um 14:00 Uhr in der "Tagesschau in hundert Sekunden" und die tagesschau um 16:00 Uhr..

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