Carsten Gengeter, Chef der Deutsche Börse Group | Bildquelle: dpa

Insiderhandel-Verdacht Razzia bei Deutsche-Börse-Chef

Stand: 02.02.2017 10:48 Uhr

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Deutsche-Börse-Chef Kengeter. Ihm wird Insiderhandel vorgeworfen. Das Büro und die Frankfurter Wohnung von Kengeter wurden bereits durchsucht.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat Ermittlungen gegen Deutsche-Börse-Vorstandschef Carsten Kengeter wegen des Kaufs von Aktien des Dax-Konzerns aufgenommen. Das teilte das Unternehmen mit, ohne einen konkreten Vorwurf zu nennen.

Das Büro und die Frankfurter Wohnung von Kengeter sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft gestern wegen des Insiderhandels-Verdachts durchsucht worden. Neben der Staatsanwaltschaft waren offenbar auch Beamte der Bundesanstalt für Finanzdienstaufsicht (BaFin) zugegen. Die BaFin habe ihre Prüfung in Sachen Kengeter noch nicht abgeschlossen, sagte eine Sprecherin der Behörde.

Ermittlungen gegen Deutsche-Börse-Chef
tagesschau 20:00 Uhr, 02.02.2017, Sandra Scheuring, HR

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Bislang ein Anfangsverdacht

Die Staatsanwaltschaft wirft Kengeter vor, schon vor den fraglichen Aktienkäufen die Fusion mit der Londoner Börse LSE angebahnt zu haben: "Dem Beschuldigten wird zur Last gelegt, Mitte Dezember 2015 in Kenntnis dieser bis dato nicht veröffentlichten Vertragsgespräche, welche die Staatsanwaltschaft als Insiderinformation (...) wertet, Aktien der Deutsche Börse AG erworben zu haben." Es handele sich um einen Anfangsverdacht.

Kengeter erwarb den Unternehmensangaben zufolge die Anteile am 14. Dezember 2015 im Rahmen eines neuen Vorstandsvergütungsprogramms des Konzerns, das Investments des Führungsgremiums in das Unternehmen vorsehe.

Kengeter kaufte an dem Tag 60.000 Aktien im Wert von insgesamt 4,5 Millionen Euro, wie aus öffentlichen Unterlagen der Deutschen Börse hervorgeht.

Der Aufsichtsratschef der Deutschen Börse, Joachim Faber, teilte mit, dass das Vergütungsprogramm vom Aufsichtsrat beschlossen und bis Ende Dezember 2015 befristet gewesen sei. Die Verhandlungen über eine Fusion seien dagegen erst im Januar 2016 vereinbart worden. Die Vorwürfe seien deshalb "haltlos".

Fusionspläne trieben Aktienkurs

Die Deutsche Börse hatte im Februar 2016 - also zwei Monate nach dem Kauf des Aktienpakets - verkündet, sich mit der London Stock Exchange zusammenschließen zu wollen. Danach stieg der Aktienkurs beider Unternehmen deutlich. Derzeit prüfen verschiedene Aufsichtsbehörden das Fusionsvorhaben.

Die Deutsche Börse teilte mit, Kengeter und das Unternehmen kooperierten "in vollem Umfang" mit der Staatsanwaltschaft. Deren Ermittlungen seien durch zwei Strafanzeigen losgetreten worden. Eine stamme von einem Anleger, eine zweite sei anonym gestellt worden, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 01. Februar 2017 um 22:15 Uhr.

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