Carsten Kengeter | Bildquelle: picture-alliance

Aktienkauf des Konzernchefs Ermittlungen gegen Deutsche-Börse-Chef

Stand: 01.02.2017 22:13 Uhr

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Deutsche-Börse-Chef Kengeter. Dabei geht es um Konzernaktien, die Kengeter erworben hatte - zwei Monate vor Bekanntwerden von Fusionsplänen mit der Londoner Börse. Ihm wird Insiderhandel vorgeworfen.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat Ermittlungen gegen Deutsche-Börse-Vorstandschef Carsten Kengeter wegen des Kaufs von Aktien des Dax-Konzerns aufgenommen. Das teilte das Unternehmen mit, ohne einen konkreten Vorwurf zu nennen.

Kengeter erwarb den Unternehmensangaben zufolge die Anteile am 14. Dezember 2015 im Rahmen eines neuen Vorstandsvergütungsprogramms des Konzerns, das Investments des Führungsgremiums in das Unternehmen vorsehe. Kengeter kaufte an dem Tag 60.000 Aktien im Wert von insgesamt 4,5 Millionen Euro, wie aus öffentlichen Unterlagen der Deutschen Börse hervorgeht.

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nadja Niesen, bestätigte dem hr Durchsuchungen bei der Deutschen Börse wegen des Verdachts des Insiderhandels. Es werde wegen des Verstoßes gegen das Wertpapierhandelsgesetzes ermittelt. Neben der Staatsanwaltschaft waren offenbar auch Beamte der Bundesanstalt für Finanzdienstaufsicht (BaFin) zugegen.

Vorwurf des Insiderhandels

Die Deutsche Börse hatte im Februar 2016 - also zwei Monate nach dem Kauf des Aktienpakets - verkündet, sich mit der London Stock Exchange zusammenschließen zu wollen. Danach stieg der Aktienkurs beider Unternehmen deutlich. Derzeit prüfen verschiedene Aufsichtsbehörden das Fusionsvorhaben.

Die Deutsche Börse teilte mit, Kengeter und das Unternehmen kooperierten "in vollem Umfang" mit der Staatsanwaltschaft.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 01. Februar 2017 um 22:15 Uhr.

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