Prototypen von Erdkabeln | Bildquelle: dpa

Neue Stromtrassen Erdkabel kosten Milliarden

Stand: 05.10.2015 19:20 Uhr

Der von den Koalitionsspitzen verabredete verstärkte Einsatz von Erdkabeln im Zuge der Energiewende wird teuer. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums entstehen im Vergleich zu reinen Freileitungen zusätzliche Kosten von bis zu acht Milliarden Euro.

Der von den Koalitionsspitzen im Sommer verabredete Vorrang für Erdkabel beim umstrittenen Bau der großen Stromautobahnen wird Milliarden kosten. Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, dürften die zusätzlichen Kosten für die Erdverkabelung von Gleichstromtrassen von Nord nach Süd geschätzt zwischen drei und acht Milliarden Euro liegen. Das müssen die Stromkunden über die Netzentgelte bezahlen. 

Kosteneinsparung durch raschen Leitungsausbau

Umgekehrt dürfte aber auch viel Geld eingespart werden, wenn durch einen raschen Leitungsausbau künftig Engpässe im Stromnetz beseitigt werden. Denn um das Netz bei schwankendem Wind- und Sonnenstrom stabil zu halten, werden für diese Eingriffe (Redispatch) derzeit hohe Ausgaben fällig. Der Netzbetreiber 50Hertz geht für das laufende Jahr bundesweit von 500 Millionen Euro aus.

Anfang Juli hatten sich CDU-Chefin Angela Merkel, Gabriel und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer nach monatelangem Streit um neue Überland-Trassen beim Ausbau der Stromnetze geeinigt. Um Bayerns Ministerpräsident entgegenzukommen, sollen bei den großen neuen Nord-Süd-Stromautobahnen stärker bestehende Trassen genutzt sowie vorrangig Erdkabel verlegt werden. Die Regierung will den Beschluss vom Sommer nun in Kürze umsetzen. 

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