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Energieriesen unter Druck
Unruhe bei E.ON, Sorgen bei der Konkurrenz
Die Energieunternehmen E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall geraten wegen Brennelementesteuer und Atomausstieg zunehmend unter Druck: Sie müssen die Steuer zahlen, ihre einträglichen Atomkraftwerke herunterfahren und noch Milliardensummen in erneuerbare Energien investieren.
Der Konzernbetriebsrat des Energieversorgers E.ON forderte so von Vorstandschef Johannes Teyssen Klarheit über die angeblichen Pläne für einen Unternehmensumbau und Stellenstreichungen. Über diesen hatte der "Spiegel" berichtet.
Der Chef der Arbeitnehmervertretung, Hans Prüfer, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Mitarbeiter seien verunsichert - der E.ON-Chef müsse klarstellen, was es mit den Berichten auf sich habe. Für die über 30.000 E.ON-Beschäftigten in Deutschland sei noch bis Ende 2012 ein Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen vereinbart. E.ON Energie und E.ON Kraftwerke machten zudem aber weiter Milliardengewinne, betonte Prüfer.
Auch der ver.di-Bundesvorstand äußerte sich verwundert. "Wir kennen keine konkreten Pläne", sagte ein Sprecher. Aber es sei schwer vorstellbar, dass ein solches Konzept in diesem Umfang den Aufsichtsrat passiere.
Medienbericht: Drei E.ON-Standorte vor dem Ende
Der "Spiegel" hatte unter anderem gemeldet, E.ON wolle drei Standorte in Deutschland aufgeben und mehrere hundert Arbeitsplätze streichen. Neben der E.ON-Energie-Sparte in München und der E.ON-Kraftwerkstochter in Hannover solle auch die in Essen ansässige Gashandelstochter E.ON Ruhrgas aufgelöst werden. Das Magazin beruft sich auf einen aktuellen Vorstandsbeschluss.
E.ON selbst wollte den Medienbericht nicht kommentieren. In einer Mitteilung des Konzerns hieß es, "in Folge der erheblich veränderten Rahmenbedingungen prüft E.ON derzeit mögliche Anpassungen der Strategie und der Aufstellung des Unternehmens". Entscheidungen seien aber noch nicht gefallen.
Bereits im Jahr 2009 hatte E.ON in Deutschland 2000 und weltweit weitere 4000 Arbeitsplätze gestrichen.
Auch EnBW, RWE und Vattenfall kämpfen
Auch die E.ON-Konkurrenz kämpft mit Schwierigkeiten. EnBW hatte schon vergangene Woche angekündigt, statt der bisher angepeilten 300 Millionen Euro bis 2013 mindestens den doppelten Betrag einzusparen. "Erfahrungsgemäß" werde dies auch das Personal betreffen, sagte ein EnBW-Sprecher der Nachrichtenagentur dapd. Das Karlsruher Unternehmen hatte einen Fehlbetrag zum Halbjahr von knapp 590 Millionen Euro gemeldet.
RWE will sich in anderthalb Wochen zur eigenen Geschäftslage äußern. Am 11. August stellt das Unternehmen seine Halbjahresbilanz vor. Um mehr finanziellen Spielraum zu gewinnen, hat sich RWE bereits für 700 Millionen Euro von der Mehrheit an seinem Höchstspannungsnetz getrennt.
Der schwedische Energieversorger Vattenfall musste im zweiten Quartal 1,1 Milliarden Euro an Wertberichtigungen und Rückstellungen für seine deutschen Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel bilden. Hauptsächlich deshalb habe der Konzern einen operativen Verlust von 350 Millionen Euro gemacht.
Stand: 01.08.2011 15:44 Uhr
