e.on-Säule vor einem Kernkraftwerk | Bildquelle: picture alliance / dpa

Folgen der Energiewende E.ON macht Rekordverlust

Stand: 15.03.2017 12:56 Uhr

Die Energiewende macht den Stromversorgern weiter zu schaffen. Bei E.ON steht jetzt der höchste Verlust der Firmengeschichte in den Büchern. Vor diesem Hintergrund hat der Versorger die Dividende mehr als halbiert, 1300 Stellen sollen wegfallen.

Die Folgen der Energiewende haben beim Versorger E.ON zum höchsten Verlust in der Firmengeschichte geführt. Insgesamt summierte sich das Minus im vergangenen Jahr auf 16 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte E.ON bereits einen Fehlbetrag von annähernd sieben Milliarden Euro verbucht.

Der Energiekonzern leidet darunter, dass die bevorzugte Einspeisung von Solar- und Windstrom die Strompreise im Großhandel kaputt gemacht hat - E.ON musste viele Milliarden auf seine Kraftwerks-Beteiligung Uniper abschreiben.

Hinzu kommen die Belastungen aus dem Atomausstieg. E.ON wird Mitte des Jahres rund zehn Milliarden Euro an den staatlichen Atomfonds überweisen.

1000 Stellen in Deutschland betroffen

Als Reaktion auf die Jahresbilanz will E.ON konzernweit bis zu 1300 Arbeitsplätze abbauen, davon etwa 1000 in Deutschland, erklärte das Unternehmen. Damit einher geht ein interner Umbau. Ab kommendem Jahr sollen so dauerhaft 400 Millionen Euro eingespart werden. Aktuell hat E.ON insgesamt rund 43.000 Mitarbeiter.

Dividende gekürzt

Die Aktionäre bekommen die negative Bilanz ebenfalls zu spüren: Die Dividende soll von zuletzt 0,50 Euro je Anteilsschein auf 0,21 Euro für 2016 schrumpfen. Für das laufende Jahr will E.ON aber wieder 0,30 Euro zahlen.

"Die Bilanz des Übergangsjahres 2016 ist eine Zäsur, die den Weg von E.ON in die neue Energiewelt frei macht", sagte Konzernchef Johannes Teyssen.

Bei RWE sieht es nicht viel besser aus

Auch Konkurrent RWE hat das vergangene Jahr mit einem Verlust abgeschlossen - in den Büchern stand ein Minus von knapp sechs Milliarden Euro. RWE hatte die Dividende deswegen komplett gestrichen.

Im laufenden Jahr will RWE aber wieder Geld verdienen - allerdings nicht im Kraftwerksgeschäft. Ergebnistreiber soll zum einen der Energiehandel werden, der 2016 noch einen Verlust eingefahren hatte.

Zum anderen soll sich die Ökostrom-Tochter Innogy positiv entwickeln, an der RWE nach dem Börsengang im Oktober noch 77 Prozent hält. "Von unserer Finanzbeteiligung Innogy versprechen wir uns eine hohe und stabile Dividende", heißt es im Geschäftsbericht.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. März 2017 um 08:03 Uhr und tagesschau24 um 09:00 Uhr.

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