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Der italienische Energieriese Eni hat nach Monaten des Bürgerkriegs die Förderung und Produktion von Öl in Libyen wieder aufgenommen. Dies teilte der Erdöl- und Energiekonzern in Rom mit. Eni reaktivierte 15 seiner Förderanlagen auf dem Ölfeld Abu-Attifel, das etwa 300 Kilometer südlich von Bengasi liegt. Die tägliche Öl-Produktion betrage 31.900 Barrel. In den kommenden Tagen sollen weitere Anlagen wiedereröffnet werden.
Der Konzern hatte Ende August mit dem nationalen libyschen Übergangsrat ein Abkommen über eine "schnelle und umfassende" Wiederaufnahme der Eni-Aktivitäten in dem Land unterzeichnet. Eni verpflichtete sich darin, Libyen mit einer ersten Lieferung von Ölprodukten über Engpässe hinwegzuhelfen. Zudem sicherte der Konzern technische Hilfe bei der Überprüfung der örtlichen Energieversorgungsanlagen zu. Der Übergangsrat seinerseits wollte möglichst bald die Greenstream-Pipeline wieder in Gang setzen, die Gas von der libyschen Küste nach Italien bringt.
Der zu 30 Prozent vom italienischen Staat kontrollierte Eni-Konzern ist seit 1959 in Libyen aktiv, Italien der größte ausländische Abnehmer libyschen Öls. 14 Prozent der Eni-Ölförderung kommt aus Libyen, vor Beginn des Konfliktes förderte Eni in Libyen 280.000 Barrel täglich. Die Gesamtfördermenge des Landes lag bei täglich rund 1,6 Millionen Barrel Rohöl.
Als erster ausländischer Konzern hatte am Freitag der französische Konzern Total seine Förderung in Libyen wiederaufgenommen.
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