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[Bildunterschrift: Die Deutschen tanken wegen der hohen Spritpreise deutlich weniger. ]
Die Bundesbürger haben mit einem deutlich geringeren Kraftstoffverbrauch die Konsequenz aus den Rekordpreisen für Benzin und Diesel gezogen. Nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV) brach der Absatz mit Benzin im Mai gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres um 7,7 Prozent ein. In den ersten fünf Monaten des Jahrens verzeichnete der Benzinmarkt ein Minus von 3,7 Prozent. Normalbenzin, das sich seit dem Vorjahr auf demselben Preisniveau bewegt wie Super, konnte nicht einmal die Hälfte der Absatzmengen des Vorjahres erreichen.
Der Diesel-Absatz ging im Mai um 3,4 Prozent zurück. Für den Gesamtzeitraum seit Januar meldete der MWV dagegen einen Zuwachs von 4,7 Prozent. Der Verband begründete das mit der steigenden Zahl von Diesel-Pkw und der größeren Zahl von Lastwagen, die wegen der guten Konjunktur auf deutschen Straßen unterwegs seien.
[Bildunterschrift: Die Bundesbürger wünschen sich mehr Förderung effizienter Technologien wie Energiesparlampen. ]
Der geringere Benzinverbrauch geht auch auf eine Änderung des Verhaltens der Bundesbürger zurück. Denn die Mehrheit der Deutschen reagiert mit einem sparsameren Verbrauch auf die hohen Energiepreise. Laut dem ARD-DeutschlandTrend Juni für das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF wollen 65 Prozent der Bundesbürger ihren Verbrauch von Benzin, Gas und Energie senken. Elf Prozent planen die Anschaffung eines sparsameren Geräts oder Autos und zehn Prozent wollen ihren Strom- und Gasanbieter wechseln. Der von Infratest dimap durchgeführten Umfrage zufolge sehen 44 Prozent der Deutschen in der Förderung von Energiespartechnologien die wirkungsvollste Entlastung der Bürger. 41 Prozent sprechen sich für niedrige Grundtarife bis zu einer bestimmten Verbrauchsmenge aus. Die von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel vorgeschlagenen Sozialtarife für Ärmere bevorzugen dagegen lediglich neun Prozent.
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Umweltminister Sigmar Gabriel machte in der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse" deutlich, dass sein Vorstoß für Sozialtarife für Strom- und Gaskunden nicht auf den Staat abziele. Dies sei ausschließlich "eine Sache der Konzerne". Er unterstrich: "Das kann der Staat nicht leisten." Er sieht auch schon positive Anzeichen in dieser Richtung. "E.ON hat solch einen Tarif bereits, und RWE denkt derzeit darüber nach." Die anderen Konzerne sollten diesem Beispiel folgen. Gabriel zufolge könnte den Energieversorgern auch das in Belgien praktizierte Modell als Vorbild dienen. "Dort sind die ersten 500 Kilowattstunden Strom pro Kopf für Bedürftige erst einmal frei, dann gilt der normale Tarif", sagte der Umweltminister.
[Bildunterschrift: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel fordert von den Energieversorgern Sozialtarife für Menschen mit niedrigem Einkommen. ]
Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn lehnte Sozialtarife für Strom und Wärme ab. Weil Energie immer teurer werde, müssten sich in einem solchen Modell die staatlichen Zuschüsse an Bedürftige ständig erhöhen, sagte er im Deutschlandradio Kultur. Sinnvoller sei es dagegen, durch Hilfe bei Investitionen oder politische Vorgaben weitere Einsparmöglichkeiten zu fördern. "Die Frage, ob wir ein sparsames Energiesystem bekommen, ist längst eine der größten sozialen Fragen der Zukunft geworden", erklärte Kuhn. Auch der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, sprach sich gegen Subventionen aus. "Das würde das Problem der hohen Preise verlängern, wenn nicht gar verschlimmern", sagte er der Deutschen Welle. Mit freien Weltmarktpreisen könne dagegen Sparsamkeit beim Verbrauch erreicht werden.
Dagegen unterstützte EU-Energiekommissar Andris Piebalgs die Forderung Gabriels. "Besonders die Familien treffen die steigenden Preise hart. Deshalb sind Sozialtarife eine Möglichkeit für die Staaten", sagte Piebalgs in Leipzig. "Wir sollten aber nur die unterstützen, die Schwierigkeiten haben, Nahrung und Heizung zu bezahlen." Generelle Hilfen seien falsch. Man müsse vielmehr die Reserven beim Energie-Sparen und bei der Energie-Effizienz ausnutzen, sagte der EU-Kommissar.
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