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30.05.2012

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Wirtschaft
Deutscher Top-Manager Enders wird neuer EADS-Chef
Nachfolger des Franzosen Gallois

Enders wird neuer EADS-Chef

Der Verwaltungsrat des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS hat seine Zustimmung für den Aufstieg des derzeitigen Airbus-Chefs Thomas Enders an die Konzernspitze gegeben. Der 53-jährige bisherige Chef der größten EADS-Tochter Airbus werde die Nachfolge des Franzosen Louis Gallois antreten, teilte der Konzern mit. Der 68-jährige Gallois führt das Unternehmen seit 2007 und scheidet zum 31. Mai nach fünf Jahren wie geplant aus.

Top-Manager mit glänzender Bilanz

Wird neuer Chef von EADS: der deutsche Top-Manager Tom Enders (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift:  ]
Enders war bereits als Nachfolger gehandelt worden, doch die Entscheidung wurde zunächst aufgeschoben. Hintergrund sollen Bedenken der französischen Regierung gegen Enders' Personaltableau für EADS gewesen sein. Angeblich wollten die Franzosen ein deutsches Übergewicht in dem Konzern verhindern.

Enders konnte zuletzt als Airbus-Chef glänzende Bilanzen vorlegen. Im vergangenen Jahr schnellten die Bestellungen auf eine Rekordzahl von 1419 Maschinen, der US-Konkurrent Boeing wurde zum wiederholten Male abgehängt. Bei Airbus setzte Enders ab 2007 ein umfassendes Sanierungs- und Rationalisierungsprogramm um. Trotz vieler Erfolge - insbesondere mit dem spritsparenden Mittelstrecken-Kassenschlager A320neo - bestehen allerdings eine Reihe von Baustellen fort: technische Probleme beim Riesen-Airbus A380, Lieferprobleme beim Militärtransporter A400M und Verzögerungen beim Langstreckenflugzeug A350.

Trichet neu im EADS-Verwaltungsrat

Enders war schon einmal in der Chefetage von EADS: Als Ko-Vorstandschef zusammen mit Gallois. Die konfliktträchtige Doppelspitze wurde aber 2007 abgeschafft. Gallois wurde alleiniger EADS-Chef. Zuletzt arbeiteten die beiden vergleichsweise reibungslos bei EADS und Airbus zusammen.

Neuer Chef des Flugzeugherstellers Airbus und Nachfolger von Enders wird der Franzose Fabrice Brégier. Wie das Unternehmen weiter mitteilte, soll zudem der frühere Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, in den Verwaltungsrat aufrücken.

Der 2000 aus der Fusion deutscher und französischer Luft- und Raumfahrtunternehmen entstandene Konzern wies für 2010 einen Umsatz von 45,8 Milliarden Euro aus und beschäftigt weltweit mehr als 128 000 Mitarbeiter. Neben Airbus gehören das Raumfahrt-Unternehmen Astrium, der weltweit größte Hubschrauberhersteller Eurocopter und sowie der Militärunternehmen Cassidian zu EADS.

Stand: 26.01.2012 19:03 Uhr
 

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