Eine Frau hält einen Geldbeutel in ihren Händen | Bildquelle: dpa

Kräftige Lohnzuwächse Deutsche verdienen deutlich mehr

Stand: 05.01.2017 13:54 Uhr

Arbeitnehmer in Deutschland verdienen mehr: Löhne und Gehälter sind laut einer Studie um 1,9 Prozent gestiegen. Bei niedriger Inflation bedeutet das mehr Geld im Portmonee. Grund für die Lohnzuwächse waren demnach Verhandlungen der Gewerkschaften.

Wegen der anhaltend niedrigen Inflationsrate haben Tarifbeschäftigte in Deutschland deutlich mehr Geld im Portemonnaie. Im vergangenen Jahr legten die Tariflöhne und -gehälter preisbereinigt um 1,9 Prozent zu. Das teilte das WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung mit.

Den Gewerkschaften sei es gelungen, deutliche Zuwächse durchzusetzen, die oberhalb der laufenden Preissteigerungsrate lagen, sagte WSI-Tarifexperte Reinhard Bispinck.

Tarifsteigerung vor allem in Landwirtschaft

Am besten schnitten nach der Auswertung des Tarifarchivs die Beschäftigten im Bereich Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft ab. In diesen Branchen betrug die Tarifsteigerung nominal 3,5 Prozent.

Auch die Löhne im Handel stiegen deutlich - um 2,9 Prozent. Daraufhin folgen Baugewerbe und die privaten Dienstleistungen mit jeweils 2,7 Prozent.

Weil die Verbraucherpreise 2016 lediglich um 0,5 Prozent stiegen, haben die Deutschen insgesamt mehr Geld in der Tasche. Die tariflichen Einkommenszuwächse liegen bei nominal 2,5 Prozent.

Laufzeit der Tarifverträge im Schnitt 22,8 Monate

Über alle Branchen hinweg schlossen die DGB-Gewerkschaften im vergangenen Jahr Lohn- und Gehaltstarife für rund 10,8 Millionen Beschäftigte ab. Dabei liegt die Laufzeit der Verträge bei durchschnittlich 22,8 Monaten.

Für weitere 8,4 Millionen Beschäftigte seien 2016 Erhöhungen in Kraft getreten, die bereits ein Jahr zuvor oder früher vereinbart worden waren.

Tarifrunde 2017 bereits eingeläutet

Schon jetzt werden die Löhne und Gehälter für das Jahr 2017 ausgehandelt. Die Tarifrunden in der westdeutschen Texil- und Bekleidungsindustrie haben bereits begonnen. In Kürze beginnen auch die Verhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder.

Ende Februar laufen die Verträge in der Eisen- und Stahlindustrie aus. Es folgen das Versicherungsgewerbe, der Einzelhandel sowie Groß- und Außenhandel.

Für 2017 rechnet Bispinck mit einer Fortsetzung des moderaten Konjunkturaufschwungs. Eine kräftige Lohnentwicklung sei dabei weiterhin eine Stütze der Binnenkonjunktur. "Das hat positive Effekte für die konjunkturelle Entwicklung nicht nur in Deutschland, sondern über eine verstärkte Importnachfrage auch in den europäischen Nachbarländern."

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 05. Januar 2017 um 23:15 Uhr.

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