Eier auf der Sortiermaschine einer Hühnerfarm in Merksplas, Belgien. | Bildquelle: AFP

Fipronil-Belastung Immer mehr Länder von Eierskandal betroffen

Stand: 10.08.2017 22:11 Uhr

Der Fipronil-Skandal hat sich erneut ausgeweitet. Nachrichten von verseuchten Eiern gab es aus immer mehr Ländern. Nach Großbritannien, Österreich und Rumänien teilten nun auch die Behörden in Dänemark mit, das Insektizid in dem Lebensmittel nachgewiesen zu haben.

Von dem Skandal um verseuchte Eier aus den Niederlanden und aus Belgien sind immer mehr Länder in Europa betroffen. Nun wurde bekannt, dass 20 Tonnen mit Fipronil belastete Eier auch nach Dänemark geliefert worden sind. Das teilte die dänische Behörde für Lebensmittelsicherheit mit. Eine dänische Firma habe die gepellten und gekochten Eier von einem belgischen Händler bezogen - produziert wurden die Eier den Angaben zufolge aber in den Niederlanden. Damit sind in insgesamt elf Ländern verseuchte Eier oder Eierprodukte aufgetaucht.

Die Eier in Dänemark gelangten nach Angaben der Lebensmittelbehörde nicht in den Einzelhandel, sondern wurden in hartgekochter Form direkt an Kantinen, Cafés oder Catering-Firmen verkauft. Eine Gefahr für die Konsumenten bestehe nicht, so die Behörde. Zuvor waren in Dänemark nach Angaben des Veterinäramtes 40 Eier von einem betroffenen Hof bei einem Bäcker entdeckt worden. Die Eier seien sichergestellt worden.

Was ist Fipronil?
10.08.2017, Nea Matzen/Anja Hensel, ARD-aktuell

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Verseuchtes Flüssig-Eigelb aus Deutschland

In Rumänien wurde eine Tonne Flüssig-Eigelb aus Deutschland entdeckt, das mit dem Insektengift verseucht ist. Das Eierprodukt sei von den Behörden in der Stadt Timisoara entdeckt worden, bevor es die Supermarktregale erreicht hätte, teilte die rumänische Veterinärgesundheitsbehörde mit.

Es war zunächst nicht klar, ob das Eigelb von Eiern stammte, die von Hühnern in Deutschland gelegt wurden, oder ob die Eier zuvor aus den Niederlanden oder Belgien geliefert wurden. Grund für die Entdeckung in Rumänien sei "eine spezifische Warnung der Europäische Kommission" im Rahmen des europäischen Schnellwarnsystems für Lebensmittel und Futtermittel gewesen, sagte eine Sprecherin der Veterinärbehörde.

Ursprung in Belgien

Neun weitere Länder sind von dem Eierskandal betroffen. In Deutschland, in den Niederlanden und Belgien sowie Frankreich, der Schweiz, Österreich, Schweden, Großbritannien und Luxemburg wurde Fipronil in dem Lebensmittel nachgewiesen.

Der Skandal um Millionen mit dem Insektengift belastete Eier hat nach bisherigen Erkenntnissen seinen Ursprung in Belgien. Dort wurde offenbar verbotenerweise ein für die Nutztierhaltung zugelassenes, rein pflanzliches Desinfektionsmittel mit dem für die Nutztierhaltung verbotenen Fipronil gemischt. Es wurde auch in Ställen in den Niederlanden und in einigen Fällen auch in Deutschland eingesetzt. Von Fipronil-Eiern verursachte Krankheitsfälle wurden bislang jedoch nicht bekannt.

Zwei Männer festgenommen

Die niederländischen Behörden nahmen unterdessen zwei Männer festgenommen. Sie stünden im Verdacht, illegal Insektengift in Ställen von Legehennen eingesetzt zu haben, teilten die Behörden mit. Ihnen wird eine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit vorgeworfen, außerdem der Besitz verbotener Substanzen.

Nach Angaben der niederländischen Staatsanwaltschaft handelt es sich bei den Festgenommenen um zwei Führungskräfte des Unternehmens Chickfriend, das im Zentrum des Falls steht und verbotenerweise das Insektizid zum Reinigen von Hühnerställen benutzt haben soll. Alle rund 180 niederländische Eierproduzenten, bei denen mit Fipronil belastete Eier gefunden wurden, waren den bisherigen Erkenntnissen zufolge Kunden der Firma. Die beiden Manager wurden laut Staatsanwaltschaft nach einer Durchsuchung ihrer Wohnungen in der Nähe von Utrecht festgenommen.

Zuvor hatten Ermittler der Lebensmittelsicherheitsbehörde Hühnerfarmen in den Niederlanden und in Belgien durchsucht, wie das Büro von Nationalstaatsanwältin Marieke van der Molen sagte.

Zwei Verdächtige im Fipronil-Skandal festgenommen
tagesschau 20:00 Uhr, 10.08.2017, Markus Preiß, ARD Brüssel

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Streit um späte Warnung

Belgien und die Niederlande streiten unterdessen darüber, wer die Verantwortung dafür trägt, dass die Verbraucher erst Wochen nach der Entdeckung der ersten mit Fipronil belasteten Eier gewarnt wurden. Grund dafür sind vor allem Angaben der bislang vielkritisierten belgischen Behörden. Ihnen zufolge hatten auch die Niederlande und die EU-Kommission bereits seit längerem Hinweise auf einen möglichen Skandal.

So musste die EU-Kommission gestern einräumen, dass Belgien schon am 6. Juli Informationen über Fipronil-Funde in eine EU-Plattform eingespeist hatte, um die Niederlande zu einer Kooperation bei Nachforschungen zum Thema zu bewegen. Die niederländische Behörde für Lebensmittelsicherheit bestätigte, dass es bereits 2016 einen anonymen Hinweis auf den Einsatz des Insektengifts bei der Reinigung von Ställen gab. Beide Seiten wiesen Vorwürfe der Tatenlosigkeit allerdings zurück.

Die EU-Kommission teilte derweil mit, Lehren aus dem Eier-Skandal ziehen zu wollen und ihr Schnellwarnsystem zu verbessern. "Jetzt ist der Moment, um in einer koordinierten und transparenten Weise zu handeln, nicht um irgendein Schwarzer-Peter-Spiel anzufangen", sagte ein Kommissionssprecher in Brüssel. Gemeinsam mit den Mitgliedstaaten wolle die Kommission über eine Verbesserung der Wirksamkeit des Schnellwarnsystems diskutieren.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. August 2017 um 23:00 Uhr.

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