A320 von Easyjet

Billigflieger will nach Wien Easyjet umfliegt den Brexit

Stand: 14.07.2017 17:32 Uhr

Der Ausgang der Brexit-Verhandlungen ist noch völlig offen. Offensichtlich will sich der britische Billigflieger Easyjet aber nicht überraschen lassen und plant deswegen, eine Fluglinie mit Sitz in Österreichs Hauptstadt Wien zu gründen.

Der britische Billigflieger Easyjet treibt seine Planungen für den Brexit voran. Wie das Unternehmen mitteilte, will es eine neue Fluglinie unter dem Namen Easyjet Europe mit Sitz in Wien gründen. Dadurch solle es ihm - unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien - weiter möglich sein, Flüge in der EU anzubieten.

Eine paneuropäische Airline entsteht

Bereits Anfang des Jahres habe Easyjet sich bei der Luftfahrtbehörde und dem Verkehrsministerium in Österreich um die entsprechenden Zertifikate und Betriebserlaubnisse beworben, erklärte die Fluggesellschaft. Die Zulassungsverfahren seien inzwischen weit fortgeschritten und würden hoffentlich schon "in naher Zukunft" abgeschlossen.

Durch die geplante Unternehmensstruktur werde Easyjet zu einer "paneuropäischen Airline-Gruppe mit drei Fluggesellschaften in Österreich, der Schweiz und Großbritannien". Dadurch würden die eigenen Flugrechte in der EU gesichert. Parallel setze Easyjet sich aber weiterhin auch für ein Luftfahrtabkommen ein, das zumindest Flüge zwischen Großbritannien und der EU ermöglicht.

Bislang dürfen britische Fluggesellschaften innerhalb der EU frei operieren. Das könnte sich nach dem EU-Austritt des Landes ändern, wenn kein entsprechendes Anschlussabkommen getroffen wird. Für die Airlines wird dabei die Zeit knapp, weil sie ihre Flugpläne schon lange im Voraus erstellen.

Keine Stellenverlagerung geplant

In Österreich würden durch die Gründung der neuen Tochter "einige neue Arbeitsplätze" entstehen. Es werde aber keine Verlagerung von Stellen aus Großbritannien geben, betonte die Fluglinie.

Jährlich fliegen 78 Millionen Passagiere mit der britischen Billigfluglinie. Rund die Hälfte der Passagiere stammt aus den verbleibenden 27 EU-Mitgliedsstaaten.

Die Briten hatten sich im vergangenen Jahr in einem Referendum für den Austritt aus der EU entschieden. Die Verhandlungen über die Modalitäten des sogenannten Brexit begannen im Juni. Sie müssen bis März 2019 abgeschlossen sein, anderenfalls droht ein ungeordnetes Ausscheiden Großbritanniens aus der EU.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Juli 2017 um 17:00 Uhr.

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