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Zusammenschluss von EADS und BAE Systems

Fusion droht an Veto zu scheitern

Während die Spitzen von EADS und BAE Systems eindringlich für einen Zusammenschluss der beiden Luftfahrt- und Rüstungskonzerne werben, wird die Kritik immer lauter. Hintergrund sind die Bestrebungen Frankreichs und Deutschlands, sich ihren Einfluss zu sichern. Das ruft wiederum die Briten auf den Plan.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, eine Bedingung für das britische Ja zur Fusion sei, dass das Verteidigungsgeschäft des zusammengeschlossenen Unternehmens seinen Sitz in Großbritannien habe und von einem britischen Chef geführt werde. Premierminister David Cameron, Wirtschaftsminister Vince Cable und Verteidigungsminister Philip Hammond wollten demnach eigentlich nicht, dass Frankreich und Deutschland in größerem Umfang an dem neuen Konzern beteiligt sind.

Paris und Berlin wollen Anteile behalten

Thomas Enders wird neuer EADS-Chef
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EADS-Chef Enders und BAE-Chef King wollen die bisherigen drei EADS-Großaktionäre zum Verkauf bewegen.

Doch genau dies streben Paris und Berlin offenbar an: Laut dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" einigten sich beide Seiten auf eine gemeinsame Strategie, die vorsieht, dass beide Regierungen jeweils neun Prozent an dem neuen Konzern halten. Deutschland müsste dafür über die staatliche KfW-Bank EADS-Aktien vom bisherigen Anteilseigner Daimler erwerben. Entsprechende Mittel seien im Bundeshaushalt schon bereitgestellt.

Eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Philipp Rösler wollte den Bericht weder dementieren noch bestätigen. Rösler hatte der "Welt am Sonntag" gesagt, eine Fusion der beiden Unternehmen biete "unbestreitbare Chancen", gleichwohl müsse Deutschland bei einem Zusammenschluss "seine Interessen wahren".

Großaktionär fordert Nachbesserungen

Auch der französische Großaktionär Arnaud Lagardère hat massive Bedenken gegen die geplante Fusion. Das Unternehmen forderte die EADS-Führungsspitze auf, nachzubessern und bei dem Projekt die Interessen der französischen Aktionäre stärker zu berücksichtigen. Lagardère hält zusammen mit der französischen Staatsholding Sogepa gut 22 Prozent der EADS-Aktien.

Für die geplante Fusion ihrer Unternehmen hatten die Konzernchefs Thomas Enders und Ian King gefordert, dass die bisherigen EADS-Großaktionäre Daimler, die französische Lagardère-Gruppe und der französische Staat ihre Anteile verkaufen müssen.

In einem Gastbeitrag der "Süddeutschen Zeitung" schrieben Enders und King: "Wir schlagen vor, die Shareholder-Verträge, die derzeit Daimler, Lagardère und dem französischen Staat die gemeinsame Kontrolle über EADS ermöglichen, aufzuheben." Dadurch entstünde ein Unternehmen mit einer Verfassung, "die einen normalen Unternehmensbetrieb erlaubt und allen Anteilseignern - kleinen wie großen - die gleichen Rechte einräumt."

Dabei geht es namentlich um Frankreich, Deutschland, Großbritannien und die USA. Die Rechte der drei europäischen Staaten sollen nach den Vorstellungen der Unternehmenschefs dadurch gewährleistet werden, dass sie mit ihrem Veto verhindern können, dass ein einzelner Aktionär mehr als 15 Prozent des Unternehmenskapitals übernimmt.

Geplant ist der weltgrößte Luftfahrt- und Rüstungskonzern

EADS und BAE Systems wollen sich zum weltweit größten Unternehmen der Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungstechnik zusammenschließen. Bisher halten Deutschland, Frankreich und Spanien - direkt oder indirekt - rund 50 Prozent an EADS. Der Konzern beschäftigt hierzulande rund 50.000 Mitarbeiter an 29 Standorten. Großbritannien ist mit einer "goldenen Aktie" an BAE beteiligt. Diese erlaubt es dem Staat, jeden Versuch eines Investors, mehr als 15 Prozent des Unternehmens zu kontrollieren, zu blockieren.

Stand: 01.10.2012 17:11 Uhr

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