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EADS BAE

Nach geplatzter Fusion von EADS und BAE

Regierung verteidigt kritische Haltung

Nach der geplatzten Fusion des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS mit dem britischen Rüstungsunternehmen BAE hat der Luftfahrtkoordinator der Bundesregierung, Peter Hintze, die deutsche Haltung verteidigt. Der "Bild"-Zeitung sagte er: "Es war die Pflicht der Bundesregierung, die deutschen Standortinteressen zu wahren." Es gehe um Schlüsseltechnologien und Arbeitsplätze.

Die SPD hingegen gibt der Bundesregierung eine Mitschuld an der gescheiterten Fusion. "Die Bundesregierung hat mit ihrer völlig unentschlossenen Haltung nicht dazu beigetragen, dass die Fusion gelingt", sagte der SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels der "Mitteldeutschen Zeitung". Zudem habe EADS-Chef Tom Enders durch "seine Diplomatie mit dem Holzhammer" die Fusion nicht befördert, sondern neue Hindernisse geschaffen.

SPD: "Kein Glanzstück von Industriepolitik

Die Bundesregierung habe dann nur noch zugeguckt, wie Enders die Sache vor die Wand gefahren habe, kritisierte Bartels. "Das ist kein Glanzstück von Industriepolitik." Er empfahl, bald einen neuen Anlauf für einen Zusammenschluss zu wagen. In einigen Jahren werde eine Fusion nicht mehr möglich sein, weil sich beide Unternehmen mittelfristig neu ausrichten müssten.

Der CSU-Verteidigungsexperte Florian Hahn sieht ebenfalls die Verantwortung für das Scheitern in Berlin. Seiner Auffassung nach wäre "ein aktiveres und mutigeres Verhandeln notwendig gewesen, um mittel- und langfristig Arbeitsplätze, Standorte und technologische Fähigkeiten zu sichern und auszubauen".

Auch der Konzern EADS sieht Deutschland als Hauptverantwortlichen für das Platzen der Fusion. "Es war in erster Linie die deutsche Regierung, die das hat scheitern lassen", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dapd.

Airbus-Fertigung in Hamburg-Finkenwerder
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EADS ist zwar auch im Rüstungsbereich tätig, hat aber mit der Tochter Airbus seinen Schwerpunkt in der zivilen Luftfahrt.

BAE-Drohne des Typs "Mantis"
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BAE Systems ist ein Konzern ohne Staatsbeteiligung und im Rüstungsbereich tätig - hier eine Drohne des Typs "Mantis" auf einer Luftfahrtmesse.

Die Fusion der europäischen Rüstungskonzerne war zuvor am Streit der beteiligten Regierungen gescheitert. Da sich die beteiligten Staaten nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen konnten, hatten sowohl EADS als auch BAE Systems entschieden, dass ein Abbruch der Verhandlungen "im besten Interesse der Unternehmen und der Aktionäre" sei.

EADS-Chef Enders kündigte daraufhin eine Überprüfung der Konzernstrategie an. Dies betreffe insbesondere die Verteidigungssparte, hieß es in einem an die Mitarbeiter versandten Brief. "Wir werden uns jetzt die Zeit nehmen, um klar eine Reihe Lehren aus dieser Erfahrung zu ziehen." Die US-Sparte von BAE kündigte an, weiter nach Gelegenheiten für Fusionen Ausschau zu halten. Dies gelte unter anderem für das Sicherheits- und Elektronik-Geschäft.

Fusion der Rüstungskonzerne EADS und BAE gescheitert
tagesschau 20:00 Uhr, 10.10.2012, Thomas Schorr, BR

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Bund will Daimler-Anteile an EADS weiter übernehmen

Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte, man nehme die "Entscheidung der Unternehmen zur Kenntnis". Die Bundesregierung unterstütze "die bereits heute vorhandene Zusammenarbeit beider Unternehmen und hat volles Vertrauen in die unternehmerische Führung von EADS". Der Bund wolle weiter die Daimler-Anteile an EADS übernehmen. "Die Bundesregierung wird unter anderem auch die Verhandlungen zur Übernahme von Anteilen von Daimler durch die KfW fortsetzen", sagte Seibert.

Frankreichs Staatschef François Hollande sagte, alle drei Staaten hätten Bedingungen für einen Zusammenschluss von EADS und BAE gestellt. Die Entscheidung hätten letztlich aber die Konzerne selbst treffen müssen. Es gebe für ihn weder einen Grund zum "Bedauern" noch zur "Freude".

Fusion von EADS und BAE gescheitert
T. Huhn, ARD London
10.10.2012 15:03 Uhr

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Streit um staatlichen Einfluss

Die Verhandlungen über eine Fusion waren wochenlang von einem Streit um den künftigen Einfluss der Regierungen in Berlin, Paris und London erschwert worden. Während die EADS-Mitbesitzer Deutschland und Frankreich Anteile an dem neuen Unternehmen halten wollten, plädierten EADS, BAE und die britische Regierung dafür, den Einfluss der Regierungen zurückzufahren. Deutschland und Frankreich verfügen direkt und indirekt über jeweils gut 22 Prozent der EADS-Anteile, die deutschen Interessen nimmt dabei der Autokonzern Daimler wahr. Bei BAE Systems sind keine Staaten direkt oder indirekt Großaktionäre. Kritik an der geplanten Fusion war zuletzt aber auch vom BAE-Großaktionär Invesco gekommen.

Durch die Fusion sollte ein neuer weltweiter Branchenprimus in der Luftfahrt- und Rüstungsindustrie entstehen. Beide Konzerne brachten es 2011 zusammen auf rund 72 Milliarden Euro Jahresumsatz und 220.000 Beschäftigte. Der Fusionskonzern wäre viel größer gewesen als der bisherige Spitzenreiter, der US-Konzern Boeing.

Stand: 11.10.2012 05:56 Uhr

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