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Konzerne erklären Verhandlungen für gescheitert
EADS und BAE sagen Fusion ab
Die geplante Fusion der Luftfahrt- und Rüstungskonzerne EADS und BAE Systems ist geplatzt. Das gaben beide Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt. Die Pläne würden nicht weiterverfolgt. Da sich die beteiligten Staaten nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen konnten, habe sowohl EADS als auch BAE Systems entschieden, dass ein Abbruch der Verhandlungen "im besten Interesse der Unternehmen und der Aktionäre" sei.
Fusion der Rüstungskonzerne EADS und BAE gescheitert
tagesschau 20:00 Uhr, 10.10.2012, Thomas Schorr, BR
"Die deutsche Regierung hat es scheitern lassen"
"Es ist natürlich schade, dass wir keinen Erfolg hatten, aber ich bin froh, dass wir es versucht haben", schrieb EADS-Chef Tom Enders in der Mitteilung. Er sei zuversichtlich, dass EADS seinen internationalen Wachstumskurs weiter fortsetzen werde. BAE-Chef Ian King schrieb, er sei enttäuscht, dass die Fusion nicht komme.
EADS sieht Deutschland als Hauptverantwortlichen für das Scheitern. "Es war in erster Linie die deutsche Regierung, die das hat scheitern lassen", sagte ein EADS-Sprecher der Nachrichtenagentur dapd. Die Bundesregierung äußerte sich dazu bislang nicht - Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte lediglich, man nehme die "Entscheidung der Unternehmen zur Kenntnis".
Bund will Daimler-Anteile an EADS weiter übernehmen
Die Bundesregierung unterstütze "die bereits heute vorhandene Zusammenarbeit beider Unternehmen und hat volles Vertrauen in die unternehmerische Führung von EADS". Der Bund wolle weiter die Daimler-Anteile an EADS übernehmen. "Die Bundesregierung wird unter anderem auch die Verhandlungen zur Übernahme von Anteilen von Daimler durch die KfW fortsetzen", sagte Seibert.
Frankreichs Staatschef François Hollande sagte, alle drei Staaten hätten Bedingungen für einen Zusammenschluss von EADS und BAE gestellt. Die Entscheidung hätten letztlich aber die Konzerne selbst treffen müssen. Es gebe für ihn weder einen Grund zum "Bedauern" noch zur "Freude".
Fusion von EADS und BAE gescheitert
T. Huhn, ARD London
10.10.2012 15:03 Uhr
Streit um staatlichen Einfluss
Die Verhandlungen über eine Fusion waren wochenlang von einem Streit um den künftigen Einfluss der Regierungen in Berlin, Paris und London erschwert worden. Während die EADS-Mitbesitzer Deutschland und Frankreich Anteile an dem neuen Unternehmen halten wollten, plädierten EADS, BAE und die britische Regierung dafür, den Einfluss der Regierungen zurückzufahren. Deutschland und Frankreich verfügen direkt und indirekt über jeweils gut 22 Prozent der EADS-Anteile, die deutschen Interessen nimmt dabei der Autokonzern Daimler wahr. Bei BAE Systems sind keine Staaten direkt oder indirekt Großaktionäre. Kritik an der geplanten Fusion war zuletzt aber auch vom BAE-Großaktionär Invesco gekommen.
Durch die Fusion sollte ein neuer weltweiter Branchenprimus in der Luftfahrt- und Rüstungsindustrie entstehen. Beide Konzerne brachten es 2011 zusammen auf rund 72 Milliarden Euro Jahresumsatz und 220.000 Beschäftigte. Der Fusionskonzern wäre viel größer gewesen als der bisherige Spitzenreiter, der US-Konzern Boeing.
Stand: 10.10.2012 15:42 Uhr
