Automobilsalon Genf: | Bildquelle: REUTERS

Folge des niedrigen Ölpreises Billigöl bereitet Elektroautos Probleme

Stand: 26.03.2016 05:26 Uhr

Der niedrige Ölpreis kurbelt die Konjunktur an. Doch für den Ausbau von erneuerbaren Energien und E-Autos ist diese Entwicklung alles andere als gut. Das räumt die Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion ein, die dem BR vorliegt.

Von Arne Meyer, ARD-Hauptstadtstudio

Der Preis von Super-Benzin ist seit 2010 um zwölf Prozent gesunken, der von Super-Plus um 16 Prozent und der Liter Diesel ist sogar 21 Prozent günstiger als noch vor sechs Jahren. Selten war Volltanken so günstig wie heute. Das ist gut für den Konsum der privaten Haushalte. Die haben nach Angaben der Bundesregierung für flüssige Brennstoffe zuletzt immer weniger ausgegeben: 2010 waren es noch 10,1 Milliarden Euro, 2015 dagegen nur noch 6,6 Milliarden.

Auch die Wirtschaft profitiert von der Entwicklung der Rohöl-Weltmärkte. Deutschland hat in den vergangenen Jahren annähernd die gleiche Menge an Rohöl importiert (2010 bis 2015 zwischen 91,8 und 95,8 Mio. Tonnen pro Jahr). Die Einfuhrkosten sind im Gegensatz dazu um fast 50 Prozent gesunken (2012: 60 Milliarden Euro, 2015: 33 Milliarden Euro).

Verfehlt Regierung Ziel bei E-Autos?

Mögliche negative Folgen befürchtet die Bundesregierung nach Informationen von BR Recherche dagegen für die erneuerbaren Energien. "Im Wärmesektor kann ein niedriger Ölpreis ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen", so ihre Einschätzung. Zudem schließt die Große Koalition nicht aus, dass diese Entwicklung auch dazu führen könnte, dass sie das Ziel verfehlt, bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu bringen.

"Ein niedriger Ölpreis verbilligt die Kosten von Verbrennungsmotoren im Verhältnis zu Elektromotoren und könnte Auswirkungen auf das Kaufverhalten haben“, räumt die Bundesregierung ein. Die Statistik scheint das zu belegen. Nach jüngsten Zahlen des Kraftfahrtbundesamt steigt hierzulande die Zahl der zugelassenen SUVs und Geländewagen weiter.

E-Autos führen Schattendasein

E-Autos führen dagegen noch immer ein Schattendasein. Rund 25.500 Zulassungen gibt es nach Angaben des Bundesamtes, bis zur Million ist der Weg also noch sehr weit. Die Vorsitzende des Umweltausschusses im Deutschen Bundestag, Bärbel Höhn, kritisiert gegenüber dem BR, der Klimaschutz im Verkehr komme einfach nicht voran. „Und durch die niedrigen Spritpreise wird es Alternativen wie der Elektromobilität schwerer gemacht, sich durchzusetzen“, so die Grünen-Politikerin.

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