Risse ziehen sich durch ein Feld, auf dem im Hintergrund Salatpflanzen stehen. | Bildquelle: dpa

Erste Schätzungen Länder melden hohe Dürreschäden

Stand: 11.08.2018 10:28 Uhr

Mehrere Bundesländer haben die Schäden in der Landwirtschaft durch Dürre gemeldet. Kurz vor dem Bund-Länder-Treffen zeigt sich: Die gemeldete Summe dürfte deutlich über einer Milliarde Euro liegen.

Die wochenlange Dürre in vielen Regionen Deutschlands hat in der Landwirtschaft nach ersten Schätzungen einiger Länder hohe Schäden angerichtet. Vor einem erneuten Bund-Länder-Treffen summieren sich die Meldungen mehrerer teils stark betroffener Länder bereits jetzt auf 1,1 Milliarden Euro.

Der Bauernverband hatte zunächst Hilfen von einer Milliarde Euro für Landwirte gefordert, die wegen der Trockenheit schwere Ernteausfälle erleiden. Allein für Schleswig-Holstein meldete das dortige Agrarministerium einen geschätzten Dürre-Schaden von 422 Millionen Euro an den Bund. Sachsen übermittelte eine Schätzung von rund 308 Millionen Euro, Sachsen-Anhalt von 237 Millionen Euro. Für Hessen geht das Landesagrarministerium davon aus, dass die Bauern Ernteausfälle von bis zu 150 Millionen Euro zu verkraften haben. Für die Forstwirtschaft des Landes werden zudem Verluste von rund 30 Millionen prognostiziert.

Keine Soforthilfe für Bauern

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatte die Länder aufgerufen, über Schäden und vorgesehene Hilfen zu informieren. Die Forderung nach Soforthilfen für die dürregeplagten Bauern wies sie erneut entschieden zurück. "Ich arbeite im Dienste des Allgemeinwohls und der Steuerzahler", sagte die Ministerin dem "Spiegel". Die Auszahlung solcher Hilfen sei nur auf Grundlage gesicherter Fakten möglich: "Ich kann nicht ohne repräsentative Zahlen, Daten und Fakten den nationalen Notstand ausrufen und nach Gefühl Zahlungen veranlassen."

Klöckner machte klar, dass sie sich keinem Druck beugen wolle: Als Landwirtschaftsministerin sei sie "Teil der Bundesregierung und nicht ausführendes Organ des Bauernverbandes".

Mais mit braunen Blättern auf einem Feld bei Köln | Bildquelle: dpa
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Hitze und Dürre - Klimaschützer machen für das Extremwetter dieses Sommers auch CO2-Emissionen aus Kohlekraftwerken verantwortlich.

Treffen am Montag

Am Montag wollen Ministeriumsexperten von Bund und Ländern erneut über die Lage beraten, nachdem sie Ende Juli eine erste Bestandsaufnahme gemacht hatten. Bei den Schäden beobachten auch die Länder regionale Unterschiede. Entscheidungen zu Hilfen werden vorerst nicht erwartet.

Zuständig für Nothilfen an Landwirte sind zuerst die Länder. Vor einer Entscheidung über mögliche Bundeszahlungen will Klöckner den Abschluss der Ernte und die amtliche Erntebilanz abwarten, die für Ende August vorgesehen ist. Dabei müsste festgestellt werden, dass es sich um Schäden von "nationalem Ausmaß" handelt. Zuletzt war dies 2003 wegen einer Dürre der Fall. Der Bund und mehrere Länder stellten damals insgesamt 72 Millionen Euro bereit.

Viehhaltern, bei denen das Futter akut knapp wird, hat Klöckner schnellere Hilfen von Bund und Ländern in Aussicht gestellt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. August 2018 um 10:45 Uhr.

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