Palmeninsel in Dubai

Geldsorgen im Boom-Emirat Steht Dubai vor der Pleite?

Stand: 26.11.2009 14:51 Uhr

Das ehemalige Boom-Emirat Dubai hat die Notbremse gezogen. Die Regierung bat die Gläubiger der Palmeninsel-Bauherren um einen Zahlungsaufschub und sorgte damit für Aufruhr an den internationalen Anleihemärkten. Die Anleger hatten sich darauf verlassen, dass das Emirat seine von der Finanzkrise ausgelösten Probleme nicht zuletzt mit Hilfe der Öl-reichen Nachbarn und Partner in den Vereinigten Arabischen Emiraten bewältigt. Nun kommen ernsthafte Zweifel an der Zahlungsfähigkeit des Landes auf.

Dubai begründete seine Bitte mit der Restrukturierung der beiden Staatsunternehmen Dubai World und Nakheel, die gemeinsam die berühmte Palmeninsel im Meer entwickelten. Die Dach-Holding Dubai World brauche Zeit für ihre Neuordnung und bemühe sich um einen Aufschub bei der Rückzahlung der Schulden bis mindestens 30. Mai 2010, teilte die Regierung mit.

Ferieninsel in Dubai
galerie

"The Palm Jumeirah" ist die erste von insgesamt fünf geplanten künstlichen Inseln vor der Küste Dubais. An ihr wurde sieben Jahre lang gebaut.

Die Gläubiger müssen warten

Das spektakuläre Großprojekt galt vor der Krise als Demonstration des ungeheuren finanziellen Potenzials des Landes mit seinen 1,2 Millionen Einwohnern. Die Rückzahlung der dafür aufgenommenen Schulden ist nun in der Finanzkrise aber auch der Lackmus-Test dafür, ob das Emirat seinen Verpflichtungen noch nachkommen kann.

Dubai
galerie

In Dubai schien nichts unmöglich - bis die Finanzkrise kam.

Dubai World hat offiziellen Angaben zufolge Schulden im Umfang von 59 Milliarden Dollar angehäuft. Dies sind drei Viertel der gesamten Staatsschulden. Eine Zahlung bei Nakheel über 3,5 Milliarden Dollar wird am 14. Dezember fällig, eine Vereinbarung über knapp eine Milliarde Dollar am 13. Mai. Ein weiterer Immobilien-Entwickler unter dem Dach von Dubai World, Limitless, muss zum 31. März 1,2 Milliarden Dollar zurückzahlen.

Vertrauen zerstört

"Der Markt hat eine pünktliche Rückzahlung der 3,5 Milliarden Dollar erwartet", sagte Eckhart Woertz vom Golf-Forschungszentrum. Nun sei viel Vertrauen zerstört. Andere Vermögensverwalter bezeichneten das Signal aus Dubai als schockierend. Weltweit gaben die Börsen nach.

Schockwellen bis auf das Frankfurt Parkett

Die Schockwellen waren auch in Deutschland noch zu spüren. Der Deutsche Aktienindex (DAX) verlor zeitweilig über zwei Prozent. Die Aktien von Porsche und Daimler gaben ebenfalls deutlich nach. Beide Konzerne haben einen Großaktionäre aus der Region. Bei dem Sportwagenhersteller war das Emirat Katar eingestiegen, Daimler-Großaktionär ist der Staatsfonds des Emirats Abu Dhabi. Auch Finanztitel, allen voran die Deutsche Bank, gerieten heftig unter Druck.

1/9

Luxushotel auf künstlicher Insel in Dubai eröffnet

Luxushotel auf der künstlichen Insel "The Palm Jumeirah" eröffnet (21.11.2008)

Ferieninsel in Dubai

In Dubai am Persischen Golf ist mit einem riesigen Feuerwerk das Hotel "Atlantis The Palm" auf der künstlichen Insel "The Palm Jumeirah" eingeweiht worden. Die Feuerwerkskörper waren auf dem gesamten Eiland verteilt, sodass sich auf dem Meer eine Palme aus Feuer und Licht abzeichnete.

Darstellung: