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In den Niederlanden ist die Privatbank DSB pleite gegangen und das dank ihrer Kunden: In einer beispiellosen Nacht-und-Nebel-Aktion haben diese ihre Konten geräumt - und die DSB in den Ruin getrieben. Sie wird jetzt von der staatlichen Zentralbank DNB übernommen.
Von Peter Heilbrunner, SWR-Hörfunkstudio Brüssel
[Bildunterschrift: Die DSB-Bank wird nun von der staatlichen Zentralbank DNB übernommen. ]
Quasi über Nacht ist die niederländische DSB-Bank pleite gegangen: Am Abend noch sei sein Geldinstitut liquide gewesen, schäumt Bank-Eigentümer Dirk Scheringa vor Wut. Dann kamen die Sparer und räumten ihre Konten - aus Angst vor einem bevorstehenden Kollaps. Schuld am Vertrauensverlust sei allein die Finanzaufsicht, empört sich Multi-Millionär Scheringa. Irgendwo, bei der Zentralbank oder im Finanzministerium, habe es ein Leck gegeben, seien Gerüchte gestreut worden, so der Bankbesitzer.
600 Millionen Euro haben die Kunden in der vergangenen Nacht abgehoben - das Finanzpolster der Bank schrumpfte so schnell, dass die Niederländische Zentralbank sich gezwungen sah, in einer Blitzaktion die Kontrolle über die Bank zu übernehmen. "In der vergangenen Woche haben wir mit fünf Banken nach einer anderen Lösung gesucht", sagt Zentralbank-Chef Nout Welling. "Wir wollten die DSB-Bank erhalten, am Ende sind die Gespräche jedoch gescheitert."
Nun haben die DSB-Kunden noch bis Mittwoch Zeit, Geld abzuheben - allerdings nur am Geldautomaten. Die Bank-Schalter bleiben dicht. Auf den Rest ihrer Ersparnisse müssen die Kunden erst einmal warten - hier springt der staatliche Einlagensicherungsfonds ein, jedoch nur bis 100.000 Euro.
[Bildunterschrift: Der DSB-Bank-Chef Scheringa ist entrüstet über die Verstaatlichung seiner Bank. ]
Dirk Scheringa, der DSB-Gründer, ist der Bad Guy der Finanzbranche. Mitte der 70er-Jahre hatte er die Bank gegründet - mit aggressiven Vertriebsmethoden ist der Geldverleiher gewachsen und Scheringa damit zu einem der reichsten Holländer aufgestiegen. Mit dem AZ Alkmaar besitzt der 59-Jährige sogar einen eigenen Fußballclub - das ist der Club, bei dem zuvor Bayern-Coach van Gaal beschäftigt war.
Doch während es in Scheringas Fußball-Imperium noch immer bergauf geht - der Club zählt zu den holländischen Spitzenclubs - ging es mit der DSB-Bank in den vergangenen Monaten nur noch bergab. Erst haben die Behörden eine Strafe gegen das Institut verhängt, weil die DSB-Berater den Kunden Kredite aufgeschwatzt haben, die diese gar nicht bezahlen konnten - und Anfang Oktober rief dann eine Vereinigung geschädigter Kunden dazu auf, die Ersparnisse von den DSB-Konten abzuziehen.
"Jeder, der ein Konto bei der DSB hat, muss das Geld abheben", hieß es zur besten Sendezeit im staatlichen Fernsehen. Das sei für alle das Beste. Ein Aufruf, der für Entsetzen in der Finanzbranche sorgte. Zunächst jedoch blieb der Appell vom 1. Oktober folgenlos - keine zwei Wochen später jedoch ist eingetreten, was die Bank-Rebellen gefordert hatten.
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