Boeing 787 "Dreamliner" | Bildquelle: REUTERS

Startverbot in den USA, Europa, Japan und Indien "Dreamliner" müssen unten bleiben

Stand: 17.01.2013 14:05 Uhr

Nach der jüngsten Pannenserie müssen die meisten Boeing 787 am Boden bleiben. Die US-Luftfahrtbehörde FAA teilte mit, sie ziehe die auch als "Dreamliner" bekannten Flugzeuge vorerst aus dem Verkehr. Dieser Anordnung schlossen sich die Aufsichtsbehörden in Europa, Indien, Japan und Chile an.

Die FAA erklärte, die Maschinen müssten in den USA wegen der aufgetretenen Probleme mit den Bordbatterien systematisch überprüft werden. Das Startverbot gelte, bis alle Risiken ausgeräumt seien.

Die Behörde werde eng mit dem Hersteller Boeing und den US-Fluggesellschaften zusammenarbeiten, damit der Luftverkehr "so schnell und sicher wie möglich" wieder aufgenommen werden könne. United Airlines ist derzeit die einzige US-Gesellschaft, deren Piloten den "Dreamliner" fliegen. Insgesamt hat das Unternehmen sechs Maschinen dieses Typs.

Mehrere Startverbote

Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA teilte, man schließe sich den Amerikanern an. In Europa operiert bisher nur Polens LOT Airlines mit einem "Dreamliner". Die Fluglinie prüft mögliche Schadenersatzforderungen wegen des Flugverbots.

Japans Vize-Transportminister Hiroshi Kajiyama erklärte, es sei noch unklar, wie lange der "Dreamliner" am Boden gehalten werde. Japan ist bisher der größte Markt für das Modell. Die beiden führenden japanischen Fluggesellschaften All Nippon Airways und Japan Airlines haben 24 der 50 bisher ausgelieferten Maschinen in Betrieb.

Der Luftfahrtsprecher der indischen Regierung nannte auch kein Datum, wann der "Dreamliner" wieder abheben darf.

Anhaltende Pannenserie

Wegen des 787 hatte es zuletzt mehrfach Probleme gegeben. Am Mittwoch hatte ein "Dreamliner" in Japan notlanden müssen, weil eine Batterie schmorte. In der Vorwoche brannte in Boston die Batterie einer am Boden stehenden Maschine.

Der erst 2011 in Dienst gestellte zweimotorige "Dreamliner" ist das neueste und technisch anspruchsvollste Modell des amerikanischen Airbus-Konkurrenten. Die Maschine ist zu großen Teilen aus leichten Karbonfasern gebaut und gilt daher als sparsam im Spritverbrauch. In Deutschland betreibt bislang keine Fluggesellschaft den "Dreamliner". Air Berlin hat aber 15 Stück bestellt, Tui Travel will 13 Maschinen abnehmen.

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