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22.03.2010

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Wirtschaft
Dieselpreis
Diesel jetzt teurer als Benzin
Neue Preissteigerungen

Diesel jetzt teurer als Benzin

Preistafel an einer Hamburger Tankstelle Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Diesel teurer als Benzin: Preistafel an einer Hamburger Tankstelle ]
Diesel kostet in Deutschland so viel wie Benzin - an manchen Tankstellen sogar mehr. Nach Angaben der Mineralölwirtschaft müssen Autofahrer nach einer neuerlichen Preisrunde an Markentankstellen im Durchschnitt 1,52 Euro für alle Sorten zahlen. Der Automobilverband ADAC sprach von einem nur noch geringen Unterschied. Seiner Erhebung nach beträgt der durchschnittliche Preis für einen Liter Super 1,49 Euro und für einen Liter Diesel 1,48 Euro.

Damit hat sich Diesel allein seit Mitte März um mehr als 15 Cent verteuert. Am europäischen Ölmarkt in Rotterdam lag der Preis für eine Tonne Diesel bereits um mehr als 200 Dollar über dem für eine Tonne Benzin. Dieser Unterschied zehrte den steuerlichen Vorteil in Deutschland auf.

Staat kassiert beim Diesel weniger Steuern

Denn Benzin und Diesel werden hierzulande unterschiedlich besteuert. Laut Bundesfinanzministerium wird die Mineralölsteuer als fester Steuersatz erhoben. Demnach liegt der Satz je Liter Benzin bei 65,45 Cent und je Liter Diesel bei 47,04 Cent. Davon gehen rund 15,4 Cent aufs Konto der Ökosteuer. Der Staat schlägt zudem noch Mehrwertsteuer auf. Damit summieren sich alle Steuern je Liter Benzin zurzeit auf etwa 89,5 Cent und je Liter Diesel auf rund 71 Cent.

Mineralölkonzerne schweigen

Zitat:

"Der Ölpreis steigt, weil er steigt."
Quelle: Eugen Weinberg, Rohstoffexperte bei der Commerzbank

Anfragen von tagesschau.de, warum der Dieselpreis seit Jahren stärker als der Benzinpreis steigt, wurden in Hamburg weder von der Esso-Konzernzentrale noch vom Mineralölwirtschaftsverband beantwortet. Shell verweigerte jeden Kommentar zu den Diesel-Preisen.

Vielzahl von Gründen

Füllstutzen vor Benzintank Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Steuervorteil futsch: Fahrer von Diesel-PKW müssen neu rechnen. ]
Der Energie-Informationsdienst erklärte die hohen Dieselpreise mit dem Wirtschaftswachstum in Asien und der damit verbundenen gestiegenen Nachfrage. In Asien werde Diesel zur Stromerzeugung und im Transportwesen eingesetzt, sagte Heino Elfert vom Energie-Informationsdienst in den Tagesthemen. "Und die Raffinerien sind nicht in der Lage, die Nachfrage zu befriedigen." Andere Experten verwiesen zudem darauf, dass derzeit offenbar China große Mengen Diesel kaufe, um Engpässe während der Olympischen Spiele zu vermeiden. Der ADAC machte für die Preisjagd das Renditestreben der Mineralölkonzerne verantwortlich und warf ihnen vor, im Schatten der Ölverteuerung abzusahnen.

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Rohölpreis auf Rekordniveau

Ein Tankstellenbetreiber in den USA stellt an der Zapfsäule einen neuen Preis ein. Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Zur Routine gewordener Handgriff: Ein Tankstellenbetreiber in den USA stellt an der Zapfsäule einen neuen Preis ein. ]
Beobachter befürchten, dass die Preise weiter ansteigen werden, da der Preis für ein Barrel Rohöl (159 Liter) der Sorte Light Sweet Crude mit 133,38 Dollar auf ein neues Rekordhoch stieg. Für ein Barrel der Nordseesorte Brent wurden in London 131 Dollar verlangt. Die Märkte reagierten damit auf eine Ankündigung der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec), sie werde ihre Fördermenge nicht vor dem nächsten Treffen im September erhöhen.

Der Ölpreis hatte erst Anfang Januar die Marke von 100 Dollar übersprungen. Seitdem klettert er unaufhörlich weiter nach oben. Auf Jahressicht haben sich die Preise in etwa verdoppelt. Die Marke von 120 Dollar hatte das Öl erst am 5. Mai durchbrochen. Die Bank Goldman Sachs schätzt, dass ein Barrel in sechs Monaten, spätestens aber in zwei Jahren 200 Dollar kosten wird.

Stand: 22.05.2008 10:07 Uhr
 

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