Rabattwerbung bei einem Autohändler | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

Absatz in Deutschland Diesel-Pkw werden zu Ladenhütern

Stand: 04.04.2018 15:14 Uhr

Der Automarkt in Deutschland hat im Auftaktquartal geboomt - es wurden so viele Neuwagen verkauft wie seit 18 Jahren nicht mehr. Aber um den Diesel machen Käufer einen großen Bogen.

Diesel-Autos werden in Deutschland zu Ladenhütern. In den ersten drei Monaten brach die Zahl der Neuzulassungen von Pkw mit Dieselmotoren um 21 Prozent auf 283.800 Fahrzeuge ein. Das teilte der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) mit.

"Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Februar hat die Sorgen vieler Neuwagenkäufer und damit den Abwärtstrend beim Diesel-Absatz noch verstärkt", erklärte Fahrzeugmarkt-Experte Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY. Zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung gebe es ein starkes Fragezeichen hinter der Zukunftsfähigkeit dieser Technologie. Ende Februar hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden, dass Fahrverbote für Dieselautos prinzipiell zulässig sind.

Diesel flop - Benziner top

Gleichzeitig wurden zum Jahresauftakt aber insgesamt so viele Neuwagen verkauft wie seit 18 Jahren nicht mehr. Die Zahl der Neuzulassungen stieg um vier Prozent auf rund 879.000 Autos. Dabei konnten die internationalen Autohersteller ihren Marktanteil leicht auf 39 Prozent steigern.

VDIK-Präsident Reinhard Zirpel erklärte: "Das starke erste Quartal trägt zu einer deutlichen Verjüngung des Fahrzeugbestands bei und sorgt damit für eine weitere Reduzierung der Emissionen." Die Programme der Autobauer zum Austausch alter gegen neue emissionsarme Fahrzeuge unterstütze diese Entwicklung.

Neuwagen in einem Autoturm im VW-Werk Wolfsburg | Bildquelle: dpa
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Generell sind Neuwagen sehr gefragt - nur Diesel-Pkw liegen wie Blei in den Regalen.

Absatz im März mit Schwächen

Im März verbuchte die Branche dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) zufolge einen Rückgang der Zulassungen um 3,5 Prozent auf 348.000 Fahrzeuge - allerdings hatte dieser Monat auch zwei Verkaufstage weniger als im Vorjahr.

Während die deutschen Marken Smart, Mini und Volkswagen Zuwächse verzeichneten, mussten Opel, Porsche und Audi zweistellige Absatzeinbußen hinnehmen. Bei den Importen führten mit teils hohen zweistelligen Steigerungsraten die Marken Mitsubishi, Honda, Alfa Romeo und Hyundai die Monatsbilanz an.

Mehr SUVs und mehr CO2

Die größten Zuwächse unter den Fahrzeugklassen verzeichneten laut Kraftfahrtbundesamt große Autos wie SUVs und Oberklassewagen. Dementsprechend und wegen des Rückgangs von verbrauchsärmeren Dieseln stieg der durchschnittliche Kohlendioxidausstoß der Flotte um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 128,7 Gramm pro Kilometer. Fuß warnte, dass den Autoherstellern hohe Strafzahlungen drohen, wenn sie es bis 2021 nicht schaffen, den Flottenwert auf weniger als 95 Gramm zu bringen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. April 2018 um 17:30 Uhr.

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