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WM-Affäre 2006 DFB muss Millionen Steuern nachzahlen

Stand: 20.10.2017 16:50 Uhr

Es geht um eine falsch deklarierte Millionenzahlung an den früheren Adidas-Chef Louis-Dreyfus im Zusammenhang mit der WM 2006: Der Deutsche Fußball-Bund muss 19,2 Millionen Euro Steuern an den Fiskus zahlen. Den Bescheid will er anfechten.

Der Deutsche Fußball-Bund gab bekannt, vom Finanzamt Frankfurt am Main einen geänderten Steuerbescheid für das WM-Jahr 2006 erhalten zu haben. 19,2 Millionen Euro Steuern muss der DFB demnach nachzahlen.

Der DFB will den Steuerbescheid jedoch anfechten. "Die in den geänderten Bescheiden festgesetzten Steuern wird der DFB fristgerecht zahlen und anschließend auf dem Rechtsweg die Rechtmäßigkeit der Steuerbescheide überprüfen lassen", heißt es in einer Mitteilung.

Behörde spricht von bewusster Täuschung

Das Finanzamt wirft dem Verband vor, den Fiskus bei der Rückzahlung eines ominösen Darlehens von 6,7 Millionen Euro an den früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus im Jahr 2005 bewusst getäuscht zu haben. Das Geld soll der damalige WM-Organisationschef Franz Beckenbauer 2002 von Louis-Dreyfus erhalten haben.

Das Geld wurde in der Steuererklärung als Beitrag zu einer WM-Gala deklariert, die jedoch nie stattfand. Der Verband räumt die falsche Deklarierung zwar ein, hält die dubiose Millionenzahlung aber immer noch für eine Betriebsausgabe, die steuerlich absetzbar war.

Die Steuerfahnder des Finanzamtes sehen das allerdings ganz anders: Der Buchungsvorgang sei konstruiert worden, um den Fiskus zu täuschen. Damit sei der Tatbestand der Steuerhinterziehung erfüllt, hieß es in einem Vermerk der Behörde bereits im Frühjahr dieses Jahres.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Oktober 2017 um 16:30 Uhr.

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