Deutsche-Bank-Chef Cryan | Bildquelle: dpa

Deutschen Bank veröffentlicht Quartalszahlen Milliardenverlust auch im Kerngeschäft

Stand: 28.01.2016 09:59 Uhr

6,7 Milliarden Euro Verlust für 2015 hatte die Deutsche Bank bereits angekündigt. Nun ist klar: Es ist noch ein wenig mehr. Grund sind nicht nur Rechtsstreitigkeiten und der Konzernumbau. Auch das Investmentbanking - das Kerngeschäft der Bank - brach ein.

Die Deutsche Bank hat ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Demnach liegt der vor wenigen Tagen bereits verkündete Rekordverlust bei 6,8 statt 6,7 Milliarden Euro. Gründe seien hohe Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten, Abfindungen und der begonnene Umbauprozess. Doch die Bank verliert auch in ihrem Kerngeschäft, dem Investmentbanking.

Bilanzen der Deutschen Bank
tagesschau 17:00 Uhr, 28.01.2016, Andreas Claryse, HR

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1,2 Milliarden Euro Verlust im Schlussquartal

Die Investmentbanking-Sparte lieferte im letzten Quartal 2015 einen Vorsteuerverlust von 1,2 Milliarden Euro ab. Vor einem Jahr dagegen hatte es noch einen Gewinn von rund 300 Millionen Euro gegeben. Doch auch die Rechtsstreitigkeiten machen der Bank zu schaffen. Die Rückstellungen für solche und andere Skandale belaufen sich im Gesamtjahr auf 5,2 Milliarden Euro - allein im Schlussquartal war noch einmal eine gute Milliarde dazugekommen.

Vorstandschef John Cryan machte keinen Hehl daraus, dass die Deutsche Bank kurzfristig nicht in ruhiges Fahrwasser kommen wird. "Wir konzentrieren uns auf das Jahr 2016 und arbeiten weiter hart daran, unsere Altlasten zu bereinigen."

Größter Jahresverlust in der Geschichte der Bank

Es ist der bisher größte Jahresverlust für den deutschen Branchenprimus und der zweite seit 2008. In der Finanzkrise hatte die Deutsche Bank erstmals in einem Gesamtjahr rote Zahlen geschrieben und rund 3,9 Milliarden Euro Verlust gemacht. Für 2014 hatte die Deutsche Bank noch rund 1,7 Milliarden Euro Gewinn ausgewiesen - mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.

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