Rösler warnt Telekom vor Flatrate-Grenze

Telekom (Bildquelle: dpa)

Limit für Datenmengen

Rösler warnt Telekom vor Flatrate-Grenze

Die Bundesregierung hat Bedenken gegen Pläne der Deutschen Telekom, Obergrenzen für das Datenvolumen im Festnetz einzuführen. Wirtschaftsminister Philipp Rösler zeigte sich in einem Brief an Telekom-Chef René Obermann besorgt.

Der FDP-Politiker habe vor möglichen Einschränkungen für Flatrate-Kunden gewarnt. Das erklärte ein Sprecher des Ministeriums. Er bestätigte damit einen Bericht von "Spiegel Online". Bundesregierung und Wettbewerbsbehörden würden "die weitere Entwicklung in Bezug auf eine eventuell unterschiedliche Behandlung eigener und fremder Dienste unter dem Aspekt der Netzneutralität sehr sorgfältig verfolgen", wurde Rösler zitiert.

Streit über die Internet-Flatrate der Telekom
ARD-Morgenmagazin, 25.04.2013, Axel John, ARD Berlin

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Die Bundesnetzagentur prüfe das geplante Modell bereits mit Blick auf die Netzneutralität, hieß es aus dem Wirtschaftsministerium. Als Netzneutralität wird der Zugang zu Netzressourcen ohne Diskriminierung bezeichnet.

Die Pläne stießen auch bei Verbraucherministerin Ilse Aigner auf Kritik. In einem Interview mit "Spiegel Online" sprach sie von einem "Versuchsballon". Die Begrenzung von Flatrates sei nicht verbraucherfreundlich.

Wer viele Filme lädt, soll mehr zahlen

Der Bonner Konzern hatte am Montag angekündigt, die Geschwindigkeit bei Internetpauschaltarifen zu kappen, wenn eine bestimmte Datenmenge verbraucht wurde. Dies könnte etwa Kunden betreffen, die sich im Netz viele Filme herunterladen.

Netzwerkkabel (Bildquelle: dpa)
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Für schnelles Internet führt die Deutsche Telekom Grenzen ein.

Die Telekom plant nach Angaben der Agentur dpa, ihren eigenen Videodienst Entertain nicht beim Verbrauch des Daten-Kontingents zu berücksichtigen. Bei Konkurrenten wie Apple oder Amazon wäre das nach aktuellem Stand anders. Deren Kunden könnten demzufolge früher an die Volumen-Obergrenzen stoßen und müssten dann mehr zahlen.

Die Regelung soll ab Mai schrittweise bei Neuverträgen umgesetzt werden. Wer mehr Daten übertragen will, als in seinem Tarif vorgesehen, soll sich Zusatzpakete kaufen können. Ähnliche Tarife gibt es bereits für die Internetnutzung per Mobilfunk.

Telekom verteidigt Vorhaben

Das Unternehmen verteidigte sein Vorhaben: "Die Alternative wäre gewesen, die Preise pauschal für alle Kunden zu erhöhen", erklärte ein Sprecher. Dass nur Kunden, die überdurchschnittlich oft das Hochgeschwindigkeits-Internet nutzen, zur Kasse gebeten würden, sei eine faire Lösung.

Dass Telekom-Angebote wie Telefongespräche nicht auf das Volumen angerechnet würden, liege daran, dass diese Leistungen eine höhere und gesicherte Qualität hätten und vom Kunden gesondert bezahlt würden.

Stand: 24.04.2013 21:06 Uhr

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